Kostenlose Coronatests

Hennrich: Keine Apotheke muss mitmachen

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Berlin -

Die Bundesregierung setzt ab März auch verstärkt auf Apotheken, um einen umfassenden Zugang zu kostenlosen Sars-CoV-2-Antigen- und -Laientests zu ermöglichen. In der Branche hält sich die Begeisterung noch in Grenzen: Zu unsicher, keine Kapazitäten, wirtschaftlich nicht darstellbar, kritisieren viele Inhaber*innen. CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich behauptet nicht, dass die Aufgabe trivial wäre – aber er fordert die Apotheken auf, sich auch im Eigeninteresse einzubringen und gemeinsame Lösungen zu suchen: „Wenn ich Apotheker wäre, ich würde sofort bei meinem Bürgermeister stehen und vorsprechen.“

Vor allem kleinere Apotheken, die weder über die räumlichen und personellen Kapazitäten noch über das finanzielle Polster verfügen, sehen sich gerade ungewollt gedrängt, einen Beitrag bei der erweiterten Teststrategie des Bundes zu leisten. Hennrich will dieser Auffassung entgegenzutreten: „Das Wichtigste ist: Kein Apotheker ist dazu verpflichtet, da mitzumachen“, sagt er. Es sei eindeutig eine Möglichkeit vorgesehen, kostenlose Antigen- und Laientests anzubieten, kein Auftrag vergleichbar mit der FFP2-Masken-Verteilaktion vom Dezember.

Dennoch: Er betont, auch kleine Betriebe sollten den Kopf nicht in den Sand stecken. „Es ist klar, dass das nicht so einfach im normalen Apothekenbetrieb zu realisieren ist. Da sollten aber auch die Kommunen entgegenkommen und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“, sagt der Berichterstatter für den Bereich Arzneimittelversorgung und Apotheken der CDU-Bundestagsfraktion. „Wenn ich Apotheker wäre, ich wäre sofort bei meinem Bürgermeister und würde da vorsprechen.“ Erst am Mittwoch habe er mit einem Bürgermeister in seinem Wahlkreis telefoniert und ihn aufgefordert, sich mit lokalen Apothekern zusammenzusetzen, um Konzepte zu beraten.

Beispiele dafür gibt es bereits einige, von Apothekerin Dr. Julia Iltgen-Breburda bis zum Böblinger Modell, das gerade davorsteht, bundesweit Schule zu machen. „Herr Schittenhelm hat das doch sehr gut vorpraktiziert“, sagt Hennrich. „Er profitiert natürlich auch von den guten Strukturen, die es in seinem Landkreis gibt. Aber im Kern sieht man doch, dass er mit seinem Konzept Erfolg hat. Ich sehe da Chancen, dass die Apotheken es in Kooperation mit Kommunen und Landkreisen solche Strukturen auf die Beine stellen und damit ihre Position in der Versorgung zu stärken.“

Das könne nicht nur der Branche an sich, sondern auch jedem einzelnen Betrieb nützen: „Gerade für Apotheken in kleineren Gemeinden ist das doch ein Kundenbindungsprogramm.“ Und ebenjene haben meist auch einen besseren Draht zu ihren örtlichen Verwaltungsspitzen als die Kollegen in den Großstädten. „Ich habe volles Verständnis für diejenigen, die sagen, dass sie das organisatorisch nicht allein stemmen können. Aber die Apotheken sind sehr gut beraten, sich mit ihren kommunalen Verwaltungen zusammenzusetzen, denn gemeinsame Modelle können am Ende für beide Seiten einen Nutzen bringen.“

Wie Beauftragung, Vergütung und Abrechnung letztendlich laufen werden, ist trotz des nahen Startdatums nicht noch nicht abschließend klar. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will Anfang kommender Woche dem Corona-Kabinett seinen Entwurf zur Änderung der Test-Verordnung vorlegen. „Das muss jetzt alles recht zügig gehen, es ist gerade in der Ressortabstimmung“, sagt Hennrich. Er verweist darauf, dass durchaus mehrere Modelle zum Aufbau eigener Teststrukturen denkbar seien, beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit Haus- oder Betriebsärzten.

Wie viel Honorar am Ende pro Test tatsächlich abfällt, wird sich dementsprechend bald zeigen. Bisher sei aber noch nicht abschließend klar, wie viel Geld die Bundesregierung für die gesamte Aktion in die Hand nimmt. „Wir müssen auch schauen, dass uns die Kosten in dem Feld nicht davonlaufen. Besonders wichtig ist bei solchen Projekten die Verlässlichkeit vonseiten der Politik, denn der Aufbau von Testkapazitäten ist mit größeren Investitionen verbunden als die Maskenabgabe.“

 

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