Laientests: Das meinen die Kolleg:innen

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Berlin - Laientests auf Sars-CoV-2 dürfen theoretisch zwar abgegeben werden, verfügbar sind sie derzeit noch nicht. Die Mehrheit der von aposcope befragten Apotheker:innen und PTA (62 Prozent) hält die neuen Produkte zur Pandemieeindämmung für sinnvoll – sieht aber auch Risiken.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rechnet mit einer Zulassung der Laientests in wenigen Wochen. Die Hersteller haben verschiedene Varianten in der Pipeline. In den Apotheken werden nicht alle Varianten als gleich gut geeignet und zuverlässig angesehen.

Das größte Vertrauen haben die Umfrageteilnehmer:innen in Spucktests. Diese halten 51 Prozent für zuverlässig, gefolgt von Gurgeltests (37 Prozent), Nasenabstrich (32 Prozent), Lutschtest (31 Prozent), Urintest (22 Prozent) und Rachenabstrich (21 Prozent) – der Analabstrich kommt weit abgeschlagen nur auf 1,3 Prozent.

Der Apothekenpflicht sollen die Laientests voraussichtlich nicht unterstellt werden – für Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist der Preis wichtiger als die Beratung. Das hätten die von apsocope befragten Apotheker:innen und PTA gerne anders gesehen: 84 Prozent finden, die Selbsttests sollten der Apothekenpflicht unterliegen und nur 10 Prozent sehen die Produkte auch im Mass Market. Zuletzt hatte die Abda eine Apothekenpflicht für die Tests gefordert. Nach deren Einschätzung bestünden bei den Sars-CoV-2-Tests für Laien durchaus nennenswerte Schwierigkeiten in puncto Anwendung.

Eine Mehrheit der Apotheker:innen und PTA (63 Prozent) hält Laientests zur Pandemieeindämmung für geeignet und sieht darin ein wichtiger Baustein bei der Öffnung von Kitas und Schulen sind (77 Prozent). Auf der anderen Seite befürchten mehr als die Hälfte (54 Prozent), dass das Infektionsgeschehen zunehmen wird, wenn die Menschen sich selbst testen. Nicht jeder selbst positiv Getestete werde sich anschließend dem geforderten PCR-Test unterziehen und insgesamt würden sich die Menschen weniger an die AHAL-Regeln halten, so die Sorge.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 18. Februar insgesamt 304 verifizierte Apotheker:innen und PTA teil.

 

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