Treffen mit ABDA-Präsident Schmidt

Spahn geht Apothekenhonorar an Tobias Lau, 19.04.2018 14:09 Uhr

Berlin - Die Große Koalition hat das Gutachten zum Apothekenhonorar von der Vorgängerregierung geerbt. Doch wie wird der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) damit umgehen? Am kommenden Dienstag wissen die Apotheker mehr. Dann trifft ABDA-Präsident Friedemann Schmidt nach Informationen von APOTHEKE ADHOC den Minister, um mit ihm über eine Honorarreform und das Rx-Versandverbot zu sprechen. Bei letzterem Thema ließ Spahn gestern Skepsis durchblicken.

Es werde sich vorerst um ein „Kennenlerntreffen“ Spahns mit ABDA-Präsident Friedemann Schmidt und anderen Standesvertretern handeln, heißt es aus dem Umfeld des Gesundheitsministers. Allerdings kennt man sich bereits bestens aus der Zeit, da Spahn sich vor seinem Wechsel als Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium (BMF) vor allem Gesundheitspolitik befasst hatte, unter anderem als Sprecher seiner Fraktion für dieses Thema.

Ein Thema ist gesetzt: Schon am Mittwoch hatte Spahn im Gesundheitsausschuss erklärt, dass er Reformbedarf bei der Honorarstruktur sehe. Das werde er am Dienstag mit Schmidt besprechen, heißt es aus informierten Kreisen. Spahn erwartet von den Gesprächen, dass Alternativen zur derzeitigen Vergütung von Apothekenleistungen aufgezeigt werden.

Nachdem Spahn bei der Ausschusssitzung auf Nachfrage der Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche zudem Zweifel am Rx-Versandverbots durchblicken ließ, dürfte auch dieses heikle Thema Gesprächsstoff für das Treffen mit Schmidt bieten. Bislang zeigt Spahn jedenfalls keinen allzu großen Elan beim Rx-Versandverbot. Bisher ist er dem Thema aus dem Weg gegangen, im Gesundheitsausschuss hat er am Mittwoch gar Zweifel an der generellen Umsetzbarkeit durchblicken lassen.

Dem Vernehmen nach hat sich der Minister kritisch zur Frage der Durchführbarkeit des Rx-Versandverbots geäußert. Er sei dabei jedoch „sehr diplomatisch“ geblieben und habe „nichts Konkretes“ gesagt. So hakte Schulz-Asche – selbst Gegnerin des Verbots – bei Fragen zu europarechtlichen Bedenken nach, auf die Spahn noch keine Antworten hatte. Er stehe jedoch bereits in Kontakt mit anderen betroffenen Ministerien, um Lösungsansätze zu finden.

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