DAV-Wirtschaftsforum

„Unsere Geduld ist am Ende“ Lothar Klein, 25.04.2018 12:18 Uhr

Potsdam - Einen Tag nach dem Treffen der ABDA-Spitze mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Fritz Becker als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) die Bundesregierung aufgefordert, zeitnah das im Koalitionsvertrag zugesagte Rx-Versandverbot umzusetzen: „Wir fordern die Bundesregierung auf, ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren in die Wege zu leiten“, sagte Becker beim DAV-Wirtschaftsforum in Potsdam.

Ohne ein Rx-Versandverbot werde mittelfristig die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln gefährdet, so der DAV-Vorsitzende. Becker bezeichnete die einheitlichen Abgabepreise als „Eckpfeiler der Arzneimittelversorgung“. Durch das EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 sei der Grundsatz der Gleichpreisigkeit aufgehoben worden. Es liege nun an der Politik, diesen Grundsatz wiederherzustellen. „Die einzige aktuelle Option hierzu ist das Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Alle Alternativen dazu und andere Modelle sind absolut untauglich.“ Damit widersprach Becker dem vom CDU-Arzneimittelexperten Michael Hennrich geäußerten Vorschlag, statt eines Rx-Versandverbotes ausländischen Versendern das Arzneimittelhonorar zu kürzen und Rx-Boni den Krankenkassen zuzuführen.

Laut Becker bilden die Apotheken vor Ort einen „essentiellen Bestandteil der flächendeckenden Gesundheitsversorgung“. Für viele Patienten seien Apotheken die erste Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen: „Unsere Leistungen bilden daher einen wichtigen Bestandteil der Daseinsvorsorge“. Damit spielten Apotheken eine wichtige Rolle bei der Unterstützung strukturschwacher Regionen in Zeiten des demographischen Wandels sowie der Belebung von Orts- und Stadtkernen, die die Regierung im Kapitel „Heimat mit Zukunft“ des Koalitionsvertrages festgeschrieben hat.

Außerdem würden Apotheken flächendeckend wohnortnahe qualifizierte Arbeitsplätze insbesondere für Frauen bieten: „Hierauf können wir stolz sein“, so Becker. Der DAV-Vorsitzende bot der Politik an, das niedrigschwellige, flächendeckende Versorgungsangebot der Apotheken auszubauen. Als Beispiele nannte Becker Impfbereitschaft und Diabetesberatung: „Wir als Apothekerschaft sind bereit, neue Versorgungsangebote zu entwickeln und umzusetzen.“

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