Rx-Versandverbot

Becker: Ziel ist Gleichpreisigkeit Lothar Klein, 14.03.2018 14:19 Uhr

Berlin - In die Diskussion über das Rx-Versandverbot kommt zu Beginn der neuen Legislaturperiode womöglich Bewegung: „Es geht um Gleichpreisigkeit und nicht um den Versandhandel“, sagte Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), beim Unternehmertag des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Vor dem EuGH-Urteil hätten die Apotheker mit dem Versandhandel bereits „ihren Frieden“ gemacht. „Gleichpreisigkeit ist unser Ziel“, so Becker. In Kürze könnte sich nach Informationen von APOTHEKE ADHOC zudem erstmals eine Apothekenkooperation gegen das Rx-Versandverbot aussprechen.

Becker wiederholte die – bislang von der ABDA stets als alternativlos vorgetragene – Forderung nach einem Rx-Versandverbot nicht ausdrücklich. Der Versandhandel könne die Arzneimittelversorgung auf dem Land nicht sicherstellen, antwortete Becker auf eine entsprechende Frage. „Wir haben den Botendienst, wir haben Rezeptsammelstellen“, so Becker. Es gebe keine Versorgungslücken in Deutschland.

Offen zeigte sich Becker erneut für eine Diskussion über das Apothekenhonorar. Dabei könne das Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) allerdings keine Rolle spielen, weil es von falschen Annahmen ausgehe: „Wir können die Ansätze nicht nachvollziehen.“ Allerdings müsse die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) „sukzessive“ weiterentwickelt werden.

Bekanntermaßen sieht man auch beim BPI ein Rx-Versandverbot kritisch: „Ich weiß nicht, ob ein Rx-Versandverbot der dauerhaft gangbare Weg ist“, sagte Verbandschef Dr. Martin Zentgraf. Allerdings stehe der BPI hinter der ABDA-Forderung nach bundesweit einheitlichen Arzneimittelpreisen, so Zentgraf. Nur so könne die Arzneimittelversorgung in Deutschland sichergestellt werden.

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