Rx-Versandverbot

„Das wird die Maut des Jens Spahn“

, Uhr
Berlin -

Das Rx-Versandverbot steht im Koalitionsvertrag, doch so recht glaubt wohl keiner daran, dass es tatsächlich kommt. Nachdem am Vormittag schon Fritz Becker als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV) überraschend von einer Alles-oder-nichts-Lösung abgerückt war, suchten am Abend beim Parlamentarischen Abend des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) auch Politiker aller Couleur nach Alternativen.

Für die SPD provozierte Martina Stamm-Fibich in der politischen Diskussionsrunde mit der These: „Das Rx-Versandverbot wird die Maut des Jens Spahn.“ Sie sei „gespannt auf den Gesetzentwurf“.

Georg Kippels von der CDU sagte, er sei nach wie vor dafür. „Aber wenn es eine Möglichkeit gibt, Wettbewerbsfreiheit herzustellen, ohne dass es zu Rabattverstößen kommt, dann kann man das Versandverbot möglicherweise auch sein lassen.“ Seiner Meinung wäre die im Koalitionsvertrag versprochene Maßnahme auch eine „gute Basis“, um in Ruhe langfristige Veränderungen anzustoßen. Das Rx-Versandverbot gehe auch nicht auf Kosten der ländlichen Versorgung.

Dass Apotheken im ländlichen Raum schließen, sei vielmehr eine „verheerende Reaktion“ auf die ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Die „Rabattkomponente“ führe zu einer wirtschaftspolitischen Schieflage, die man derzeit nur über ein Rx-Versandverbot einfangen könne. „Es geht nicht, dass deutsche Apotheken keinen Rabatt gewähren dürfen, ausländische Versender aber schon.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»