MVDA: Müssen uns dem Wandel stellen

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Berlin -

Der Marketingverein Deutscher Apotheker (MVDA) will den Rx-Versand zur Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung erhalten. Im Interview mit APOTHEKE ADHOC begründen MVDA-Vize-Präsident Dr. Holger Wicht und Norbert Peter, Leiter des Arbeitskreises Gesundheitspolitik, diesen Vorstoß: „Wir können uns aber dem demographischen Wandel und den Wünschen der Patienten nicht verschließen“, so Wicht. Peter: „Wir müssen den politischen Realitäten ins Auge schauen. Die Politik erwartet von uns längerfristige Lösungsansätze.“ Es gehe nicht darum, die Apothekerschaft zu spalten.

ADHOC: Im Gegensatz zur ABDA hält der MVDA den Rx-Versand für die flächendeckende Arzneimittelversorgung für unverzichtbar. Wie gelangen Sie zu dieser Einschätzung? Was sind die Argumente?
WICHT: Einen reinen flächendeckenden und unregulierten Rx-Versandhandel lehnen wir ab, denn beliefern allein bedeutet nicht versorgen. Wir können uns aber dem demographischen Wandel und den Wünschen der Patienten nicht verschließen. Deshalb glauben wir, dass der Belieferungsweg Arzneimittelversand für Rx-Arzneimittel mittelfristig ein ergänzender Zustellungsweg aus der Vor-Ort-Apotheke sein kann und den Botendienst heutiger Prägung erweitern wird.

Der Patient entscheidet gemeinsam mit dem Apotheker, auf welchem Weg das Arzneimittel zugestellt wird. Dabei ist es aber wichtig, dass die persönliche Beratung aus der seit Jahren vertrauten Vor-Ort-Apotheke erhalten bleibt. So wird die für die Versorgung unverzichtbare Vor-Ort-Apotheke gestärkt.

ADHOC: Sie fallen der ABDA damit in den Rücken und spalten die Apothekerschaft. Hat die ABDA seit dem EuGH-Urteil die falsche politische Strategie gefahren? Sie wollen den Rx-Versandhandel nur für Vor-Ort-Apotheken im Umkreis von 25 Kilometern zulassen. Wo ist da der Unterschied zum Botendienst? Warum reicht die derzeitige Regelung nicht aus?
PETER: Wir sehen hier keinen Spaltungsansatz. Wir stehen hier ebenso wie Herr Becker vom DAV für die unbedingte Einhaltung der Gleichpreisigkeit. Aber wir müssen den politischen Realitäten ins Auge schauen. Die Politik erwartet von uns längerfristige Lösungsansätze. Ein mögliches Rx-Versandverbot würde uns Zeit verschaffen. Zeit, die notwendig wäre, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Erhalt einer flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln auf den Weg zu bringen und dabei das flächendeckende Netz der Vor-Ort-Apotheken zu stärken.

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