MVDA will regionalen Versandhandel

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Berlin -

So viel Frust und schlechte Laune konnte man aus einem MVDA-Präsidentenbrief selten herauslesen: Unter dem Titel „Arzneimittelversorgung auf Pfandautomaten-Niveau“ lassen MVDA-Präsidentin Gabriela Hame-Fischer und ihr Vize Dr. Holger Wicht ordentlich Dampf ab. Von DocMorris über die untätige Verwaltung bis hin zur FDP bekommen alle ihr Fett weg. Gleichzeitig legt die Kooperation eine Kehrtwende hin und macht sich für einen regionalen Versandhandel als Ergänzung eines qualifizierten Botendienstes stark. „Linda 24/7“ lässt grüßen.

„Nachdem wir dieses unsägliche Hick-Hack um das Rx-Versandverbot und damit ein Beispiel für Wahlkampf mit Schwerpunkt auf ‚Kampf‘, aber dies ohne ‚Sinn und Verstand‘, erleben durften, fühlen wir uns veranlasst, unseren Unmut – wenn auch emotional gefärbt – über die aktuelle Sachlage kundzutun“, beginnen Hame-Fischer und Wicht ihren Brief an die Kollegen.

Los geht es, wie könnte es anders sein, mit dem DocMorris-Automaten in Hüffenhardt. „Der pharmazeutischen Kompetenz wird mit einem Shop-Manager Rechnung getragen und ein Apotheker sitzt in Holland an einem ‚Freigabe-Knöpfchen‘. Da steigt einem als Heilberufler dann doch der Blutdruck!“ Das Schlimmste aber sei, dass weder Politik noch Verwaltung bisher in der Lage gewesen seien, diesen Automaten dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen. „Die Apothekenpflicht lässt grüßen! Irgendwann sollte sich die Politik festlegen, über was sie reden und noch viel wichtiger, was sie regeln möchte.“

Man wünsche sich „deutlich mehr Blick über den Tellerrand und etwas mehr Weitsicht als bis zum Wahltag“. Denn schließlich seien die Volksvertreter dem Wähler verpflichtet und von ihm beauftragt, für sein Wohl zu sorgen – jenseits aller Parteigrenzen. „Klare Regelungen und Gesetze tun jetzt not.“ Eine Versorgung auf ‚Pfandautomaten-Niveau‘ zu akzeptieren, erscheine fahrlässig, ja gar gemeingefährlich angesichts von tausenden Arzneimitteltoten jährlich, so Hame-Fischer und Wicht. „Trotzdem scheint man ein sicheres Versorgungssystem auf dem Altar des Wahlkampfes opfern zu wollen – und den Wähler gleich mit.“

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