Apothekenkooperationen

Linda: Vier Stunden gegen Amazon Patrick Hollstein, 13.09.2017 15:08 Uhr

Düsseldorf - Was Amazon kann, kann die Apotheke schon lange. Findet man jedenfalls bei Linda. Die Kooperation hat in den vergangenen Monaten an ihrem Konzept „24/7“ gearbeitet. Jetzt ist es so weit: Mit „digitalen Filialen“ sollen die Mitglieder Kunden schon im Internet erreichen. Dann muss alles sehr schnell gehen.

Laut Jürgen Lutsch, im MVDA-Vorstand für die Bereiche Medien und Kommunikation zuständig, stehen die Apotheken vor einer neuen Bedrohungssituation. Amazon, Google und nicht zuletzt das EuGH-Urteil rührten an den Grundfesten des Marktes. „Da müssen wir uns fragen, ob wir weiter isoliert vor uns hin arbeiten – oder ob es nicht notwendig ist, strategisch zusammenzuarbeiten.“

Wie also umgehen mit der Herausforderung aus dem Netz? „Viele Apotheken haben Berührungsängste“, hat Lutsch beobachtet. Fakt sei aber, dass sich das Verhalten der Kunden grundlegend verändere. Jede zweite Bestellung werde heute online abgewickelt, oft sogar schon über mobile Endgeräte. Laut Karg sind die Versandapotheken heute die einzigen Player, die auf diesem Weg ein Angebot angeben. Sein Fazit ist klar:  „Apotheken werden dann erfolgreich sein, wenn sie die Möglichkeiten des Internets zu nutzen wissen.“

Linda will seinen Mitgliedern jetzt 24/7 an die Hand geben, eine gemeinsame Plattform, mit der möglichst viele Kunden im Netz erreicht werden sollen. Lange hat man überlegt, wie man diesen Marktplatz so organisieren kann, dass er am Ende nicht zu einer Preisvergleichsmaschine verkommt. Herausgekommen ist die „digitale Filiale“. Das klingt nicht nach Webshop oder Plattform – und soll die einzelne Apotheke in den Vordergrund stellen.

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