Apothekensterben

Schmidt: Habt Vertrauen APOTHEKE ADHOC, 15.05.2018 15:03 Uhr

Berlin - Eine eigene Apotheke zu führen, ist offenbar für immer weniger junge Apotheker eine attraktive Option. Immer öfter finden Inhaber keinen Nachfolger. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt äußerte in der aktuellen Ausgabe der Apotheken Umschau die Vermutung, dass dem Nachwuchs das Vertrauen in die Zukunft fehlt.

Schmidt hat dafür Verständnis: „Kein Wunder, dass junge Kollegen kein Vertrauen mehr in die Zukunft haben.“ Denn während in der Öffentlichkeit noch immer „die Mär von den Apothekenpreisen kursiert, sind wir schon lange von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt“, sagte er gegenüber der Apotheken Umschau.

Schmidt fordert von der Politik weiter ein Rx-Versandverbot als Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu den Bonusmodellen ausländischer Versandapotheken. Doch das reicht aus Sicht des ABDA-Präsidenten nicht aus. Benötigt würden „neue Modelle, wie sinnvolle zusätzliche Versorgungsleistungen der Apotheken finanziert werden können“. Außerdem müsse es mehr Ausbildungsplätze für den Nachwuchs geben.

Denn ansonsten sieht Schmidt schwarz für seinen Berufsstand: „Ohne Vertrauen in die Zukunft werden wir dem Versandhandel bald nichts mehr entgegensetzen können.“ Wenn so viele Apotheker keine Perspektive mehr für eine Existenz als Selbstständige sehen, liege das nicht nur am scharfen Wettbewerb, „sondern leider auch an den politischen Rahmenbedingungen“, so Schmidt im Gespräch mit der Umschau.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema