Berlin -

Douglas will endlich auch hochwertige Apotheken-Kosmetik verkaufen. Doch allein fühlt sich der Konzern nicht bereit dazu, weshalb bundesweit Apotheker in abgelegenen Landapotheken gekidnappt werden. Nur hat der Plan einen Haken.

Douglas will die Kompetenz der Apotheker. Doch was musste man in der Konzernzentrale feststellen? Die entführten Pharmazeuten sind zum großen Teil selbst gar nicht bereit für einen Einsatz in der Parfum-Filiale. Ein schweres Studium, schön und gut, aber den Approbierten fehlen spürbar Douglas-Basic-Skills.

So zeigte sich bei einem Testlauf in einer Münchener Filiale, dass der Apotheker nicht in der Lage war, die Kosmetikartikel fachgerecht als Geschenk zu verpacken. Gerade das Kräuseln des Geschenkbands fiel den zum Zäpfchengießen gemachten Händen nicht leicht. Auch beim Thema „Verreiben“ gab es Missverständnisse.

Und erst das Schminken! Es reicht eben nicht, sich mit den Produkten auszukennen; man muss sie auch tragen. Am besten alle. Also hieß es für die Neuzugänge zunächst: ab in die Douglas-eigene Schminkschule und einen Intensivkurs in Cajal und Make-up. Zum Glück sind Apotheker von Natur aus wissbegierig und extrem lernfähig. Das Projekt ist trotzdem zum Scheitern verurteilt. Die Nase gewöhnt sich ja an alles. Aber in einer Apotheke riecht es immer noch am besten.

Was Douglas in Wirklichkeit mit den Apothekern vorhat, lässt sich unschwer erahnen: Eingestellt werden Approbierte, die „Produkte der pharmazeutischen Marken verkaufen dürfen“. „Skin Concept Store“ lautet der Name des neuen Filialkonzepts, das ab August zunächst im Hamburger Stadtteil Eppendorf getestet werden soll.

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