Phyto-Attacke von Boehringer

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Berlin - Das Ringen im Phytobereich geht weiter: Auch Boehringer will mitmischen und bringt seine ersten pflanzlichen Erkältungsprodukte auf den Markt: Mucohelix ist ein schleimlösender Hustensaft mit Efeu. Das Silomat-Sortiment wird um einen Sirup mit Eibisch/Honig erweitert. Mit einer ungewöhnlichen Preisgestaltung und einer potentiell riskanten Dachmarkenstrategie will der Konzern der Konkurrenz Marktanteile abjagen. Mit Prospan und Phytohustil hat sich das Team gleich zwei Top-Marken vorgeknöpft.

Von Antistax und Pharmaton abgesehen, hatte Boehringer in Deutschland bislang keine pflanzlichen Präparate im Sortiment. Doch nachdem selbst Bayer mit der Übernahme von Steigerwald (Iberogast, Laif) vor einigen Jahren seine sanfte Seite entdeckt hat, reifte wohl auch in Ingelheim die Erkenntnis, dass dem Erkältungsportfolio einige grüne Akzente gut tun könnten.

Mitte November sollen die beiden pflanzlichen Erkältungsprodukte auf den Markt kommen; parallel läuft die Einführung in Österreich und Spanien, weitere europäische Länder sind geplant. Mit Mucohelix geht Boehringer in einen umkämpften Markt. Prospan (Engelhard) liegt mit einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent uneinholbar vorn; das Familienunternehmen aus Niederdorfelden bei Frankfurt hat erfolgreich internationalisiert und die Marke bis nach Lateinamerika gebracht. Abgeschlagen folgen auf dem deutschen Markt mit jeweils 3 Prozent Hedelix (Krewel Meuselbach) und Sinuc (Hexal), dahinter Bronchostad (Stada) und Bronchoverde (Sidroga). Auch im Bronchipret-Saft (Bionorica) ist neben Efeu noch Thymian enthalten.

Zugelassen ist der Newcomer, der vom polnischen Lohnhersteller Phytopharm kommt, als „schleimlösendes pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei produktivem Husten bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zwei Jahren“; die Indikation deckt sich mit der EU-Monographie. Prospan ist noch zugelassen „zur Besserung der Beschwerden bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen“ sowie „akuten Entzündungen der Atemwege mit der Begleiterscheinung Husten“. Die Indikation wird sich auf Dauer aber nicht halten lassen; nach einem Rechtsstreit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) musste der Hersteller die Brausetabletten bereits an die europäischen Vorgaben anpassen.

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