Apothekenpflicht für Phytohustil

, Uhr

Berlin - Neuer Zulassungsstaus für Phytohustil Pastillen (Bayer): Der pflanzliche Reizhustenstiller darf künftig nicht mehr im Mass Market verkauft werden und kommt exklusiv in die Apotheken zurück. Denn die Eibisch-haltigen Lutschpastillen aus Leverkusen sind seit dem 1. April apothekenpflichtig. Der Sirup wird folgen.

Phytohustil Pastillen sind als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, das ausschließlich aufgrund der langjährigen Erfahrung im Anwendungsgebiet registriert ist, eingestuft und können ab einem Alter von sechs Jahren angewendet werden. Angezeigt sind die Pastillen zur Linderung von Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit im Zusammenhang stehendem trockenem Reizhusten. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren können dreimal täglich eine Pastille im Mund zergehen lassen, Erwachsene sollten die maximale Dosis von zehn Stück nicht überschreiten. Nach der Anwendung sollten die Betroffenen mindestens 30 Minuten nichts essen oder trinken. Bislang waren die Lutschpatillen freiverkäuflich und auch im Mass Market zu finden. Das ändert sich jetzt.

„Seit dem 1. April ist das Arzneimittel Phytohustil Hustenreizstiller Pastillen (PZN 10033408) apothekenpflichtig“, bestätigt Bayer die Änderung auf Nachfrage. „Es entspricht dem Wunsch von Bayer, das pflanzliche Produkt Phytohustil aus der Freiverkäuflichkeit in die Apothekenpflicht zu überführen.“ So sei eine leitliniengerechte Beratung der Indikation Husten durch die Apotheken gewährleistet, denn die Kompetenz liege in der Apotheke. „Nur in der Apotheke kann über eine leitliniengerechte Beratung ermittelt werden, ob ein trockener oder produktiver Husten vorliegt beziehungsweise ob der Patient zur Husten-Abklärung zum Arzt verwiesen werden muss.“ Die Statusänderung sichere zum einen die Exklusivität und stärke zum anderen den Vertriebskanal Apotheke. Aus Sicht des Konzerns ist in der Konsequenz auch eine Apothekenpflicht für den Phytohustil Sirup anzustreben.

Zum 1. Mai wird laut Bayer die Umsetzung der Apothekenpflicht bei der Informationsstelle für Arzneimittelspezialitäten (IFA) angezeigt. Dies sei unabhängig von der Kennzeichnung der Ware. Ein Rückruf der im Markt befindlichen Ware ist nicht zu erwarten. Denn das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) habe keine Auflagen bezüglich der im Markt verfügbaren Ware gemacht. „Die restlichen als ,freiverkäuflich' gekennzeichneten Warenbestände können daher weiter abverkauft werden“, teilt eine Sprecherin mit.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres