„The winner takes it all“

Ineffiziente Apotheken: DocMorris will eigenes Ökosystem APOTHEKE ADHOC, 15.11.2018 14:20 Uhr

Schöne neue Welt: DocMorris-Vorstand Olaf Heinrich sieht die Apotheke vor Ort als Hindernis auf dem Weg zu einer modernen Arzneimittelversorgung.

Berlin - DocMorris-Vorstandchef Olaf Heinrich hat auf einer Investorenkonferenz in London die Zukunftspläne der niederländischen Versandapotheke erklärt. Beim Arzneimittelversand wolle der Mutterkonzern Zur Rose nicht stehen bleiben, sondern plane, sich zu einem umfassenden Gesundheitsanbieter im Netz zu entwickeln. Es sieht einen klaren Gegner, der ihm dabei im Weg steht: die Apotheken vor Ort.

„Wir wollen das Amazon des Gesundheitswesens werden und wir sind bestens dafür aufgestellt, das zu schaffen“, so Heinrich. Und der Zeitpunkt für den Wandel sei jetzt. Denn die Vor-Ort-Apotheken könnten die modernen Bedürfnissen nicht mehr allein befriedigen, würden aber stattdessen versuchen, ihre Privilegien zu retten. „Die Apothekenbranche ist immer noch eine sehr geschützte Branche“, klärt er die Zuhörer auf und fordert: „Es ist an der Zeit, ein 800 Jahre altes Gildensystem zu verändern.“ Als Vorbild sieht er dabei Großbritannien, wo Konzerne Apothekenketten betreiben dürfen, während die meisten anderen Ländern Europas noch am Fremd- und Mehrbesitzverbot festhalten.

Heinrich nennt insbesondere fünf Felder, die für die rosige Zukunft von Versandapotheken wie DocMorris sprächen: Digitalisierung, Preisdruck, demographischer Wandel, europäische Liberalisierung und Stärke von Marken. „Europa wird älter und älter und wird zu dem, was wir ein ‚chronisches Monster‘ nennen“, erklärt Heinrich. Die Kosten im Gesundheitswesen stiegen dadurch kontinuierlich, weswegen es darum gehe, neue Lösungen zu finden. „Und es kann nicht sein, dass nur Vor-Ort-Apotheken, die von selbstständigen Apothekern betrieben werden, das schaffen sollen. Das ist ein ineffizientes System und wir sind fest überzeugt, dass eine Online-Versorgung diese Kosten erheblich senken kann.“

Auch daran, dass Zur Rose weiter zukaufen will, lässt er keinen Zweifel aufkommen. „Wir glauben an einen The-Winner-Takes-It-All-Ansatz, deshalb haben wir in der Vergangenheit eine Menge Unternehmen akquiriert.“ Das bringe nicht nur Größe, sondern vor allem Möglichkeiten – womit er schon bei seiner Zukunftsvorstellungen angekommen ist. Denn im Folgenden geht es vor allem um Promofarma, die spanische Online-Plattform, die Zur Rose im Sommer gekauft hat.

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