Rezeptabrechnung

Rechenzentren vor dem Umbruch Lothar Klein, 14.06.2017 10:20 Uhr

Berlin - 18 Rechenzentren konkurrieren in Deutschland um die Gunst der knapp 20.000 Apotheken. Beherrscht wird der Markt von den Big Five, den apothekereigenen Unternehmen: VSA (früher: Verrechnungsstelle der Süddeutschen Apotheken), NARZ (Norddeutsches Apothekenrechenzentrum), ARZ Haan, ARZ Darmstadt und Rezeptabrechnungsstelle Berliner Apotheker (RBA). 13 weitere mehr oder weniger große private Anbieter teilen sich den Rest. Doch der Markt steht vor Umbrüchen: E-Rezept und strengere Finanzaufsicht werden nach Ansicht von Branchenkennern zu einem Konzentrationsprozess führen.

Inzwischen lassen etwas weniger als vier von fünf Apotheken ihre Rezepte bei einem der standeseigenen Rechenzentren abrechnen. Der Marktanteil der Big Five ist in denn vergangenen Jahren nach Schätzung von Branchenkennern von 80 auf 75 Prozent gesunken. Das hängt auch zusammen mit der insgesamt sinkenden Apothekenzahl. Auch die Marge schrumpft. Statt satten 0,4 Prozent vom Rezeptumsatz bleiben heute nur noch 0,2 bis 0,3 Prozent übrig, teilweise noch weniger. Einheitspreise gibt es nicht mehr. Nach Umsatz je Rezept oder Apotheke gibt es gestaffelte Sätze, auch für Hochpreiser. Die Konkurrenz ist hart, es wird um Dezimalstellen hinter dem Komma gefeilscht. Und der Markt verändert sich: Mit der absehbaren Einführung des elektronischen Rezeptes steht ein radikaler Umbruch ins Haus. Papierrezepte müssen nicht mehr umständlich hin und her gefahren und eingescannt werden. Das Regionalprinzip bröckelt schon aus logistischen Gründen – bereits seit einiger Zeit wildern die Anbieter in fremdem Revier. Experten sind sich einig: Die Rechenzentren werden sich zu Clearingstellen mit angeschlossenem Bankgeschäft entwickeln. Das Engagement der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) kommt nicht von ungefähr.

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