NARZ nutzt Datenbank von AvP | APOTHEKE ADHOC
Hilfsmittelverträge

NARZ nutzt Datenbank von AvP

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Berlin -

Es ist eine Liaison der besonderen Art: Die Rechenzentren NARZ/AVN und AvP machen gemeinsame Sache. Ab 2016 können auch Apotheken mit der NARZ-Software Apokompass die Hilfsmittelvertragsdatenbank von AvP nutzen. Überhaupt scheint die Eiszeit zwischen den standeseigenen und privaten Rechenzentren einem berufspolitischen Tauwetter gewichen zu sein.

AvP hatte schon 2013 auf Wunsch der Kunden eine eigene Datenbank entwickelt, in der die Hilfsmittelverträge hinterlegt sind und aktualisiert werden. Die Apotheke muss nur eintragen, welchen Verträgen sie beigetreten ist, das System zeigt dann jeweils die Bedingungen der Abgabe. Umgesetzt wurde das Angebot zunächst für die Software ADG. Im neuen Jahr wird es die Schnittstellen zu Aposoft von NARZ sowie zum EDV-System des Oberhausener Anbieters ADV geben.

Das Rechenzentrum VSA hatte Anfang des Jahres eine eigene Lösung vorgestellt. Beim zur Gruppe gehörenden Softwarehaus Awinta ist der „himiDialog“ sogar standardmäßig installiert. Das Programm kann aber auch mit anderen Warenwirtschaftssystemen über eine Webseite genutzt oder über eine Schnittstelle angebunden werden. Konkurrent Pharmatechnik bietet seit November die „A+V Hilfsmittelvertragsdatenbank“ für die Systeme IXOS und XT an.

Das NARZ hatte bislang kein eigenes Konzept und war daher mit AvP ins Gespräch gekommen. Die Unternehmen versprechen sich Synergieeffekte von ihrer Kooperation, da die umfangreichen Daten nicht doppelt recherchiert, zusammengestellt und gepflegt werden müssten. Die günstigste Variante ist die Nutzung der Datenbank, im Komplettpaket wird es zusätzlich eine Clearingfunktion geben. AvP erstellt dann den Kostenvoranschlag für die Abgabe des Hilfsmittels. Apotheken müssen nicht bei AvP abrechnen, um das Angebot nutzen zu können.

Tatsächlich dürften beide Partner von der Zusammenarbeit profitieren: Das NARZ bekommt kurzfristig eine Lösung an die Hand, die schon mehr als zwei Jahre im Markt etabliert ist und mehrfach verfeinert wurde. AvP erhält auf einen Schlag rund 3800 potentielle Neukunden für seine Vertragsdatenbank – wenn das NARZ entsprechend trommelt. Die beim Rechenzentrum engagierten Landesapothekerverbände im Norden wurden vorab hierzu befragt.

Trotzdem kommt die Zusammenarbeit überraschend. Immerhin war AvP als privater Anbieter viele Jahre ein Feindbild der standeseigenen Abrechner – und das nicht zuletzt beim NARZ. Vielleicht wird die Kooperation auch deshalb vom Außendienst bislang nicht an die große Glocke gehängt.

Dem Vernehmen nach soll bei NARZ-Kunden auf den Formularen zur Hilfsmitteldatenbank das eigene Logo zu sehen sein. Dem privaten Rechenzentrum AvP dürfte dieses Zugeständnis nicht sonderlich weh tun. Ab 2016 hat die Datenbank laut AvP-Geschäftsführer Klaus Henkel eine theoretische Reichweite von 14.000 Apotheken. Aktuell nutzten etwa 900 Apotheken das Modul.

Eine Einbindung des „himiDialog“ von Awinta kam für das NARZ wohl nicht infrage. Das Verhältnis zur VSA ist seit der „Rezeptdatenhandel-Affäre“ angeknackst. Bliebe immer noch das Online-Vertragsportal (OVP) als Lösung. Diese Datenbank für Hilfsmittelverträge ist immerhin vom Deutschen Apothekerverband (DAV) selbst entwickelt worden und damit eine originär standeseigene Lösung.

NARZ-Projektleiter Michael Irmer zufolge wollte man aber allen Kunden ein Angebot machen – das OVP ist nur für Verbandsmitglieder freigeschaltet. Die Apothekerverbände haben eine Schnittstelle entwickelt, auf die die Softwarehäuser kostenfrei zugreifen können.

Die Funktionalität der Datenbanken der privaten Anbieter soll insgesamt besser sein, dafür sind im OVP die jeweiligen Hilfsmittelverträge der Apotheke ohne deren Zutun hinterlegt. Die Apothekerverbände melden diese Informationen eigenständig an das OVP. Einige Apotheker kombinieren anscheinend die Angebote des DAV, der Rechenzentren und Softwarehäuser. Bei der Hilfsmittelabrechnung können die Apotheker jede Hilfe gebrauchen.

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