Rechenzentren

Umbruch bei AvP

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Berlin -

Beim privaten Rechenzentrum AvP gibt es weitere Wechsel in der Führungsebene: Die beiden Mitglieder der Geschäftsleitung, Klaus Henkel und Peter Gröschl, sind nicht mehr an Bord. Gröschl hat beim Konkurrenten NARZ angeheuert.

AvP-Vorstand Tobias Wölk bestätigte gegenüber APOTHEKE AHDOC, dass man sich einvernehmlich von Henkel getrennt habe. Dieser hatte Firmenchef Mathias Wettstein Ende vergangener Woche um einen Aufhebungsvertrag gebeten. Zu den Hintergründen ist weiter nichts bekannt.

Henkels Vertrag läuft formal noch bis Jahresende, beide Seiten haben aber eine Freistellung vereinbart. Er war seit 2005 in der Geschäftsleitung von AvP zuständig für Vertrieb und Marketing und damit für das operative Geschäft. Henkel hatte unter anderem die Projekte ScanAdhoc und HimiAdhoc entwickelt und war in der Geschäftsleitung der AG gewissermaßen der „Außenminister“ von Wettstein.

Bereits seit Ende 2017 ist Gröschl nicht mehr für das private Rechenzentrum tätig. Er war seit 1999, also insgesamt fast 20 Jahre, als Prokurist beim Unternehmen. Nach Ablauf der Vertragszeit am 30. Juni ist Gröschl nun zum Rechenzentrum NARZ/AVN gewechselt.

In Bremen wurde damit der Generationenwechsel eingeleitet. Gröschl übernimmt die Geschäftsführung der Tochterfirma GfI – Gesellschaft für Informations- und Datenverarbeitung. Für eine Übergangszeit wird Hanno Helmker noch an Bord bleiben, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. Dann wird Gröschl gemeinsam mit Uwe Ennen die Geschäfte beim NARZ führen. Der 54-Jährige wird wie bei AvP dabei eher als „Innenminister“ fungieren.

Gröschls Posten in der Geschäftsleitung bei AvP wurde nicht neu besetzt. Die Aufgaben seien intern und zum Teil auf verschiedene Tochtergesellschaften verteilt worden, erklärte AvP-Vorstand Wölk. Seit Oktober 2015 ist 32-Jährige Vorstand bei AvP und die Nummer 2 hinter Inhaber und Vorstandschef Wettstein.

Ebenfalls nicht mehr an Bord ist Hauke Kalz, der eigentlich als Nachfolger von Henkel gesetzt war. In der Geschäftsführung der AvP Service sind die langjährigen Mitarbeiter Rolf Clemens und Jochen Brocher. Letzterer ist im Januar in die Geschäftsführung aufgerückt, er war zuvor im Controlling.

AvP hatte sich vor zwei Jahren neu strukturiert: Seit Sommer 2016 rechnen die Apotheken gegenüber der AvP Deutschland ab. Das Rechenzentrum ist bundesweit an fünf Standorten vertreten: Neben dem Hauptsitz in Düsseldorf gibt es Niederlassungen in Heinersdorf bei Berlin, Hünxe, München und Weißenfels bei Leipzig. Die Regionalgesellschaften wurden eingeschmolzen.

Nach eigenen Angaben rechnet AvP mit 3500 Apotheken ab und ist damit auf Augenhöhe mit einigen standeseigenen Rechenzentren. Das Unternehmen wurde 1947 von Graf von Platen gegründet und gehört heute Wettstein. AvP ist nach eigenen Angaben das siebtgrößte Inkassounternehmen Deutschlands, mit dem Schwerpunkt auf Rezeptabrechnung für Apotheken. Ein Fokus von AvP liegt in den neuen Bundesländern, wo an den Standorten Heinersdorf bei Berlin und Weißenfels bei Leipzig bis zu sieben Millionen Rezepte pro Monat verarbeitet werden. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt. In einigen Projekten hat AvP mit dem NARZ kooperiert.

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