Valsartan: Jetzt wird retaxiert

, Uhr

Berlin - Nach dem Rückruf von Valsartan-haltigen Generika im vergangenen Sommer mussten Ärzte und Apotheker die Versorgung der Patienten sichern. Trotzdem gibt es jetzt Retaxationen. Die IKK Gesund Plus hat eine Apotheke in zwei Fällen in Regress genommen. Der Grund: Nichteinhaltung der Rabattverträge.

Ab Juli riefen in mehreren Runden so ziemlich alle Hersteller ihre Valsartan-Präparate zurück. Zwischenzeitlich war Valsacor von TAD erhältlich, allerdings nur in der Stärke à 80 mg. Eine Apotheke gab statt der verschriebenen Packung à 160 mg die noch vorhandene Ware ab. Die Rezepte seien nach ärztliche Rücksprache handschriftlich geändert worden, sagt der Apotheker. Die geforderte Begründung wurde ebenfalls auf dem Rezept vermerkt. Neu angefordert wurden die Verordnungen nicht. „Wir hatten nach ärztlicher Rücksprache das zu dem Zeitpunkt einzig verfügbare Präparat abgegeben.“

Doch die zwei Verordnungen aus Juli 2018 kamen jetzt zurück. Retaxgrund sei Nichteinhaltung der Rabattverträge gewesen, so der Apotheker. Alle drei Rabattpartner seien jedoch zuvor zurückgerufen worden und nicht verfügbar gewesen. Die IKK forderte jeweils rund 19 Euro zurück. Der Verkaufspreis lag bei 21 Euro. Der Apotheker ist enttäuscht. Er habe erwartet, dass die Kassen etwas Rücksichtnahme bezüglich der Mehrarbeit der Apotheken beispielsweise wegen der Patientenaufklärung zeigten.

Die IKK verteidigt ihr Vorgehen: Bei der Rezeptprüfung von Verordnungen von Sartanen gehe man „sensibel“ vor. „Wenn die Sonderkennzeichen gesetzt sind, geht das Rezept sicher bei uns durch“, sagt ein Sprecher. Selbst wenn die Begründung handschriftlich vermerkt sei, werde nicht retaxiert. Habe eine Apotheke beides nicht getan, werde sie telefonisch kontaktiert, bevor retaxiert werde. „Manche Kassen verlangen eine Rückmeldung über den Arzt, das tun wir nicht.“ Der IKK-Sprecher empfiehlt, dass der Apotheker auf die Kasse zur nochmaligen Prüfung zukommen solle. „Bei Sartanen entscheiden wir sehr wohlwollend.“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B