Valsartan-Generika: Alles defekt

, Uhr

Berlin - Den Apothekern droht wieder Ärger mit Valsartan. Aktuell sind sämtliche generischen Monopräparate des Blutdrucksenkers defekt. Müssen Kunden auf das – auch nicht in allen Stärken verfügbare – Originalpräparat ausweichen, werden üppige Aufzahlungen fällig. Wer keine generische Ware mehr an Lager hat, kann sich in den kommenden Tagen also auf unerfreuliche Gespräche am HV-Tisch einstellen.

Zuletzt war wenigstens noch TAD lieferfähig, doch jetzt ist auch Valsacor in allen Stärken defekt. „Eigentlich sollte die Lieferung letzte Woche kommen“, berichtet eine Inhaberin. Beim Großhändler Noweda ist die Apotheke vorgemerkt, aber derzeit ist unklar, wann wieder Ware kommt. Eine Direktbestellung bei TAD sei nicht möglich.

Nur das Original Diovan von Novartis ist derzeit zu bekommen. Hier müssen sich die Kunden aber auf hohe Aufzahlungen einstellen. Inklusive der gesetzlichen Zuzahlung muss der Patient bei der N3-Packung mit 80 mg Wirkstoff 76 Euro aus eigener Tasche zahlen, bei den Präparaten mit 160 und 320 mg sind es 91 beziehungsweise 114 Euro. Letztere ist allerdings ebenfalls derzeit nicht lieferbar.

Bei den Generika haben sich die Ausfälle in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. Immer wieder waren einzelne Packungsgrößen oder Wirkstärken defekt. Zum Teil mussten die Versicherten umgestellt werden – und dadurch mitunter doppelt die Zuzahlung leisten. Selbst bei Apothekern, die sich aufgrund der Zwischenfälle der vergangenen Monate vorsorglich eingedeckt hatten, geht der Bestand zur Neige. Zu den Hintergründen der Ausfälle ist noch nichts bekannt. Eine Stellungnahme der aktuell betroffenen Hersteller steht noch aus.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
„Firmen müssen sich nicht wundern“
EU verzichtet auf AstraZeneca und Janssen»
Corona-Hilfsprogramme für Leistungserbringer
BMG: Kein „Schutzschirm“ für Apotheken nötig»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B