Apotheker-Brandbrief an Spahn

Valsartan: „Die Hütte brennt!“ APOTHEKE ADHOC, 30.04.2019 14:23 Uhr

Berlin - Seit Ende April sind sämtliche generischen Monopräparate des Blutdrucksenkers Valsartan defekt. Deswegen müssen Patienten, wenn sie keinen komplett neuen Wirkstoff wollen, auf das Originalpräparat ausweichen. Dabei werden allerdings üppige Aufzahlungen fällig. Jetzt wendet sich Apotheker Gunnar Müller mit einem Brandbrief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der soll eingreifen und für eine „schnelle und unkonventionelle Regelung“ sorgen.

„Nach zehn Minuten in der Warteschleife der IKK, Rückfragen bei meinem Verband (AVWL) und mehreren Telefonaten mit einem der Originalanbieter (Diovan – Novartis), wende ich mich aus der Hektik des Apothekenalltags – zumal vor einem Feiertag – an Sie mit der Bitte um Regelung / Vermittlung: Die Hütte brennt!!“, schriebt Müller an Spahn per E-Mail: „Es ist aus meiner Sicht unzumutbar, den Patienten Mehrkosten von circa 85 Euro pro 100er-Packung Originalpräparat abzuverlangen/aufzubürden.“

Genauso unzumutbar findet es Müller, „von den deutschen Apotheken vor Ort zu verlangen, in jedem einzelnen Fall eine Genehmigung bei den Krankenkassen zu beantragen!! Ich bitte Sie um schnelle und unkonventionelle Regelung.“ Ob Spahn antworten und reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Nur das Original Diovan von Novartis ist derzeit zu bekommen. Hier müssen sich die Kunden aber auf hohe Aufzahlungen einstellen: Inklusive der gesetzlichen Zuzahlung muss der Patient bei der N3-Packung mit 80 mg Wirkstoff 76 Euro aus eigener Tasche zahlen, bei den Präparaten mit 160 und 320 mg sind es 91 beziehungsweise 114 Euro. Letztere ist allerdings ebenfalls derzeit nicht lieferbar.

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