Die erste letzte Valsartan-Packung

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Berlin - Der Valsartan-Skandal wirkt sich bis heute in den Apotheken aus. Lieferengpässe gehören seit dem Skandal um verunreinigte Wirkstoffe zur Tagesordnung, Nachschub kommt nur nach und nach. Jetzt fragt sich die Inhaberin einer Apotheke, wem sie die eben eingetroffene Packung von Basics abgeben soll. Welcher Kunde bekommt die begehrte Packung? Eine einheitliche Antwort erhält man auch von Kammern und Verbänden nicht.

Der Valsartan-Skandal sorgte in Apotheken für viel Ärger. Zahlreiche verunsicherte Patienten mussten aufgeklärt werden. Nach und nach wollen die Generikahersteller wieder liefern. Die Apotheken warten auf Nachschub. Kommt die Ware dann endlich an, stellt sich die Frage, wer erhält die Abholer?

Für die bayerische Apothekerkammer ist der Fall klar. „Wenn die Apotheke lieferfähig ist, gibt es einen Kontrahierungszwang“, sagt Justiziar Klaus Laskowski. „Das betrifft grundsätzlich das erste vorgelegte Rezept.“ Die Apotheke kann demnach also nicht nach persönlichen oder anderen Gesichtspunkten entscheiden, welcher Patient die Packung am dringendsten benötigt. Das macht es auf der anderen Seite sehr einfach.

Könne der Betrieb mit der gelieferten Ware nicht die komplette Nachfrage bedienen, liege wieder ein Defekt vor. Die Apotheke sei dann nicht mehr lieferfähig. „Daher wird sie den nachfolgenden Patienten die dann mögliche Hilfe zukommen lassen“, so Laskowski. Dazu zähle insbesondere der Austausch mit Arzt und Patient über mögliche Alternativen. „All das, was die Apotheke vor Ort ausmacht und vom kapitalgesteuerten Versender unterscheidet.“

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