Anwesenheitspflicht

Sitzvertretung: „Absurd, verlogen und für die PTA demütigend“ Eugenie Ankowitsch, 27.09.2017 10:01 Uhr

Berlin - Wenn Apothekenchefs auswärtige Termine haben, krank werden oder verreisen wollen, müssen sie dafür sorgen, dass ein Approbierter sie in der Apotheke vertritt. Doch was tun, wenn man keinen Kollegen zur Hand hat? Neben Unternehmen, die Vertretungsapotheker vermitteln, bieten auch einige pensionierte Apotheker Vertretungen an. Häufig handelt es sich um sogenannte „Sitzvertretung“. Denn die gesetzliche Vorgabe besagt nur, dass in einer Apotheke immer ein Approbierter anwesend sein muss. Und so beschränkt sich manch eine Vertretung tatsächlich darauf, anwesend zu sein. Eine PTA kritisiert diese Praxis als „schwachsinnig und für die PTA demütigend“ und plädiert dafür, eine zeitlich begrenzte PTA-Vertretung zu erlauben.

Älterer Apotheker, „alte Schule“, selbst Inhaber, länger außer Dienst, ohne EDV- und Computererfahrung aber fit, „sitzt“ Ihre Vertretung aus. Diese Anzeige konnte man in den Stellenangeboten eines Standesmediums vor wenigen Wochen lesen. Für seine Dienste wollte der Kollege 600 Euro für eine 42 Stundenwoche und eine kostenfreie Unterkunft haben.

„Wir lachten anfangs im Team über die unverblümte Art des Apothekers a.D. zu sagen: ’Gib mir 600 Euro die Woche plus freie Logis dafür, dass ich mir in deinem Büro beim Kaffee den Hintern platt sitze'“, berichtet eine erfahrene PTA in ihrem Blog „Apothekentheater“, in dem sie seit zweieinhalb Jahren über unterschiedliche Belange des Apothekenalltags schreibt.

Das Lachen bleibe aber im Hals stecken, wenn man darüber nachdenke, dass die Apotheke in der Vertretungszeit tatsächlich von den PTA geführt werde und Apothekeninhaber einen „Haufen Geld“ dafür ausgeben müssten, dass ein „Grußonkel“ irgendwo „herumsitzt und Däumchen dreht“, schreibt PTAchen, wie sich die erfahrene Fachkraft in ihrem Blog nen

APOTHEKE ADHOC Debatte