Vertretungsapotheker

Samstagsapotheker für Kammerpräsidenten gesucht Lothar Klein, 05.09.2018 15:21 Uhr

Berlin - Immer wieder gibt es Ärger und Diskussion um den Einsatz von freiberuflichen Apothekenvertretern. In Bayern hatte das Oberlandesgericht (OLG) 2013 den Einsatz erlaubt, sofern der Vertrag eine Weisungsbefugnis enthalte. Die Kammer Nordrhein sieht das anders und warnt in einem Musterschreiben zur „Zulässigkeit einer Beschäftigung als freier Mitarbeiter auf Honorarbasis in der Apotheke“ vor der Beschäftigung von Freelancern im Kammerbezirk. Gleichwohl gibt es bei Flying Pharmacist zahlreiche Inserate, in denen Aushilfsapotheker für die Grenzland-Apotheke von Kammerpräsident Lutz Engelen gesucht werden.

Zum Sachverhalt will sich Engelen auf Anfrage nicht äußern. „Über betriebliche Dinge gebe ich keine Auskunft.“ Keine Stellung nehmen wollte er daher auch zu einer Liste von Gesuchen bei Flying Pharmacist. Aktuell werden in der Grenzland-Apotheke demnach an allen vier Samstagen im Oktober, mindestens drei Samstagen im November und allen Samstagen im Dezember Vertretungsapotheker benötigt, jeweils von 8.30 bis 13 Uhr. Engelen will sich nicht dazu äußern, ob er tatsächlich in seiner Apotheke Honorarkräfte beschäftigt und ob in diesen Verträgen das Weisungsrecht klar geregelt ist. „Ich habe zwei angestellte Apothekerinnen. Damit komme ich gut zurecht“, sagt er.

Grundsätzlich halte er eine Beschäftigung von Honorarkräften für zulässig, wenn im Vertrag eindeutig die Weisungsgebundenheit der Honorarkraft geregelt sei. Darüber habe er mit dem Betreiber von Flying Pharmacist, Apotheker Dr. Devid El-Wahsch, mehrfach diskutiert, so Engelen. Die Vermittlungsagentur ist in wenigen Wochen wieder mit einem Stand auf der Expopharm in München vertreten.

Nach Auffassung der Apothekerkammer Nordrhein ist die Rechtslage klar: Das Apothekengesetz (ApoG) verpflichte den Apothekenleiter zur persönlichen Leitung der Apotheke „in eigener Verantwortung“. Diesem Grundsatz komme eine „herausragende Bedeutung zu“, so die Kammer in ihren Ausführungen. Der Inhaber müsse dafür Sorge tragen, dass alle Mitarbeiter übertragene Betriebsabläufe „weisungsgebunden abgewickelt werden“. Diese Verantwortung verpflichte den Apothekenleiter, seine Weisungsbefugnis „uneingeschränkt durchzusetzen“.

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