#unverzichtbar: ABDA kapert DocMorris-Slogan

, Uhr
Berlin -

„Das E-Rezept kommt“, lautet die einfache Wahrheit, mit der DocMorris seit vergangenem Frühjahr bundesweit wirbt. Die ABDA macht das nun auch, ergänzt um den Zusatz „in meine Apotheke vor Ort“. Ihre #unverzichtbar-Kampagne wurde nun um ein Motiv und einen Infoflyer erweitert, die denselben Slogan tragen. Warum die ABDA fast ein Jahr später damit kommt? Weil die Zeit dafür bisher nicht reif gewesen sei, so ein Sprecher.

Ein Bahnhof irgendwo in Deutschland, in der Eingangshalle zwei Werbeplakate mit demselben Slogan – aber eines in grün, das andere in weiß: Versender und Vor-Ort-Apotheken werben um die Wette, sie buhlen um die Gunst der Verbraucher und agitieren – zumindest für den Sachkundigen erkennbar – auch gegeneinander. Ganz so weit ist es noch nicht, denn das neue ABDA-Motiv ist noch nicht in der Außenwerbung angekommen. „Im Augenblick ist noch nicht geplant, damit in die Außenwerbung zu gehen, aber wenn das E-Rezept in greifbare Nähe rückt, wird das sicher kommen“, erklärt ein ABDA-Sprecher dazu.

Doch noch sieht die ABDA nicht genug Handlungsdruck, die ganz große Werbetrommel für das E-Rezept zu rühren. Deshalb kam das neue Motiv auch erst ein Dreivierteljahr nachdem DocMorris den Slogan bereits mit seinem Logo verschweißt hat – aus Sicht der ABDA anscheinend zu früh, auch wenn die Standesvertretung das so nicht sagen würde. „Man muss nüchtern einschätzen, wann ein Thema auf welchem Spielfeld Konjunktur hat. Das Timing spielt eine große Rolle“, so der ABDA-Sprecher. „Es macht erfahrungsgemäß wenig Sinn, eine Produkteinführungskampagne zu machen, wenn das Produkt noch gar nicht verfügbar ist.“

Allerdings werden Apotheker mittlerweile regelmäßig auf die bevorstehenden Änderungen im Gesundheitswesen angesprochen und müssen Rede und Antwort zu Themen stehen, die sie selbst noch verunsichern. „Die Einführung des E-Rezepts ist nüchtern betrachtet noch relativ weit weg, aber es gibt da spürbar schon einen Bedarf in den Apotheken, auch die Kunden aufzuklären. Diesen Bedarf wollten wir bedienen.“ Die grünen DocMorris-Plakate allerorts tragen ihren Teil dazu bei. „Natürlich ist es so, dass der Berufsstand das sehr stark wahrnimmt und das löst auch den Wunsch aus, dass man etwas dagegensetzen kann.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Overwiening kritisiert Lobbygeschenk an Versender
E-Rezept: „Ohne Rücksicht auf Praxistauglichkeit“ »
Dienstleistungen und Bürokratieabbau
Abda lobt Koalitionsvertrag – teilweise »
Mehr aus Ressort
Die Amtsübergabe in Bildern
Spahn geht, Lauterbach kommt »
PKV bewirbt Behandlung in der Schweiz
BGH entscheidet über Telemedizin im Ausland »
Weiteres
DocMorris-Mutterkonzern sammelt 18 Millionen Franken ein
E-Rezept: Zur Rose füllt Kriegskasse»
Zahlen aus der Pilotregion Berlin/ Brandenburg
Gematik: „Das E-Rezept ist beherrschbar“»
Einnahme gefahrlos fortsetzbar
Statine: Kein Risikofaktor für Covid-19»
Prämie und Tablet als Aufwandsentschädigung
Covid-19: Ursapharm will Bromelain testen»
„Wir haben ein Wettbieten um Mitarbeiter“
Personalnot: Verzweifelter Hilferuf eines Apothekers»
150 Anrufe und 100 E-Mails am Tag
Apotheker sucht 40 Mitarbeiter:innen»