Apothekerhonorar für ePA

E-Rezept: Gematik bringt eigene App

, Uhr aktualisiert am 30.01.2020 16:46 Uhr
Berlin -

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) weist die Forderung der ABDA nach einem Monopol für die DAV-WebApp bei elektronischen Verordnungen zurück. Stattdessen entwickelt die Gematik eine eigene E-Rezept-App, die ab 2021 erste Anlaufstation für E-Rezepte dienen soll. Das sieht der Referentenentwurf für ein Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) vor, den das BMG am Donnerstagnachmittag vorgestellt hat. Es enthält auch weitere Bestimmungen zur elektronischen Patientenakte: Für deren Befüllung sollen Apotheker ein Honorar bekommen.

Mit einer von der Gematik bereitgestellten App will das BMG der Forderung der Apothekerschaft nach einem strikten Makelverbot Rechnung tragen. Auf die E-Rezept-App des Deutschen Apothekervereins (DAV) will man sich in der Friedrichstraße dennoch nicht verlassen. Stattdessen entwickelt die Gematik eine eigene E-Rezept-App, die im Laufe des Jahres 2021 zur Verfügung stehen soll. Von dieser aus soll es allerding eine Schnittstelle geben, über die das E-Rezept an andere Apps gesendet werden kann. Der Arzt kann die Verordnung also nur auf die Gematik-App ausstellen und der Patient dann selbst entscheiden, ob er diese über eine andere App weiter nutzen, versenden oder mit der Gematik- oder einer anderen App in eine Apotheke vor Ort gehen will.

Das sieht der Referentenentwurf für das Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur, kurz Patientendaten-Schutzgesetz vor, der in den nächsten vier bis sechs Wochen durch die Kabinettsabstimmung gehen soll. Zwar hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Forderung nach einem Makelverbot Rechnung getragen, auf die Apotheker als neutrale Instanz setzt das BMG dennoch nicht und begründet das mit der halbstaatlichen Natur der Gematik, die anders als die Apothekerschaft keine Verbandsinteressen habe.

Das PDSG ist als Update zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) geplant und enthält auch weitere Bestimmungen zur elektronischen Patientenakte. Die soll ab 2022 neben Befunden, Arztberichten oder Röntgenbildern auch Impfausweis, Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft enthalten. Für die Befüllung soll es ein Honorar geben, das für Ärzte gesetzlich festgelegt wird: 10 Euro für die Erstbefüllung. Auch Apotheker sollen für das Einpflegen in die ePA vergütet werden. Wie viel sie erhalten sollen, steht jedoch noch nicht fest, sondern soll zukünftig verhandelt werden. Hintergrund ist die Frage nach dem Aufwand, den Apotheker damit im Vergleich zu Ärzten haben.

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