Abda zur E-Rezept-Pflicht: Apotheker sind dabei

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Berlin - Die Abda sieht noch Nachbesserungsbedarf bei dem am Dienstag vom Kabinett beschlossenen Entwurf für das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG). Die Apotheken seien gewappnet für eine E-Rezept-Pflicht ab 2022, allerdings sei die aus Patientensicht „problematisch“. Das enthaltene Makelverbot wertet sie als Erfolg, aber dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Gematik mit der Erarbeitung einer E-Rezept-App beauftragt hat, sieht sie als Ressourcenverschwendung: Man hätte doch die DAV-WebApp nutzen können.

Aus Apothekensicht gestaltet sich die Verpflichtung zum E-Rezept weniger problematisch. „Der verpflichtende Start des E-Rezepts am 1. Januar 2022 ist für die Apotheken technisch umsetzbar, da sie noch im laufenden Jahr 2020 an die Telematik-Infrastruktur (TI) angeschlossen werden sollen und selbst bei Corona-bedingten Verzögerungen das gesamte Jahr 2021 zur Verfügung steht“, so die Abda am Mittwochnachmittag. Schwieriger sehe es da hingegen vor allem bei bestimmten Patientengruppen aus. Vor allem für ältere, aber auch viele andere Menschen ohne Smartphone oder Tablet müsse es auch weiterhin die Möglichkeit geben, das E-Rezept ohne diese technischen Hilfsmittel nutzen zu können, beispielsweise durch das Ausdrucken eines 2D-Matrix-Codes auf Papier und dessen Transport zur Apotheke, mahnt die Abda an.

Tatsächlich ist im Kabinettsentwurf zum PDSG eine solche Möglichkeit vorgesehen. Der Entwurf geht dabei sogar noch weiter ins Detail: „In den Fällen, in denen sich Versicherte für die Aushändigung ihrer Zugangsdaten in Papierform entscheiden (Aufdruck des Token auf Papier), sollte der Papierausdruck aus Gründen der Arzneimitteltherapiesicherheit zusätzlich noch Mindestangaben zum aktuell verordneten Arzneimittel enthalten, beispielsweise den Arzneimittelnamen, oder im Falle einer Wirkstoffverordnung, den Wirkstoffnamen, die es dem Versicherten ermöglichen, den im Zusammenhang mit der elektronischen Verordnung ausgehändigten Papierausdruck einem bestimmten Arzneimittel zuzuordnen“, heißt es im Entwurf.

Bestätigt sieht sich die Abda hingegen beim Makelverbot. Da sei ihre Forderung aufgegriffen worden. Allerdings gibt es auch hier Einwände: Das Verbot müsse nämlich auch noch technisch abgesichert werden, um Verstöße oder eine Umgehung zu unterbinden. Als Mittel der Wahl sieht die Abda ein Schnittstellenverbot bis zum Zeitpunkt der Arzneimittelabgabe in der vom Patienten gewählten Apotheke. Nach dem Einlösen des E-Rezepts könne der Patient die dann auch vorliegenden Daten über die tatsächlich bekommenen Medikamente je nach Bedarf abspeichern.

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