180 Millionen Franken

E-Rezept und Corona-Boom: Zur Rose sammelt Geld ein

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Berlin -

Zur Rose verbrennt in Rekordgeschwindigkeit Geld, knapp 150.000 Franken pro Tag waren es im vergangenen Jahr, insgesamt lag der Verlust mit 52 Millionen Franken so hoch wie nie zuvor. Weil der Kapitalmarkt dem DocMorris-Mutterkonzern noch immer wohlgesonnen ist, wurden jetzt noch einmal 175 Millionen Franken eingesammelt. Es ist die zweite Anleihe in dieser Größenordnung innerhalb weniger Monate.

Bei der jüngsten Kapitalmaßnahme handelt es sich um eine Wandelanleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Nach Ende der Laufzeit können die Zeichner also – sofern das Geld nicht vorher zurückgezahlt wird – entweder ausbezahlt werden oder Aktien mit einem Aufschlag von 15 bis 20 Prozent erhalten. Das frische Geld soll laut Zur Rose für verschiedene Zwecke verwendet werden:

  • Finanzierung der Markteinführung von eRx-Lösungen sowie europäischer Wachstumsinitiativen zur Verbreiterung der Kundenbasis durch organische Expansion sowie potentielle Akquisitionen
  • Investitionen in Plattformen und Ökosystem-Partnerschaften
  • Ermöglichung einer schnellen und flexiblen Anpassung auf die signifikant gestiegene Nachfrage seit Beginn der Covid-19 Krise, während der Online-Apotheken das fortlaufende Angebot an lebensnotwendigen Medikamenten – unter Einhaltung der Social Distancing Auflagen – sicherstellen
  • allgemeine Unternehmenszwecke

Mit einem Zinsatzsatz von 2,75 Prozent ist die Anleihe zwar etwas teurer als beiden Vorgänger, für die Zur Rose nur 2,5 Prozent zahlen muss. Dennoch liegt die Höhe am unteren Ende der Erwartung: Das Management hatte mit bis zu 3,25 Prozent kalkuliert. Zum Vergleich: Für die Anleihe über 50 Millionen Franken, mit der 2012 den Kauf von DocMorris finanziert wurde, musste Zur Rose noch mehr als 4 Prozent zahlen.

Damit hat Zur Rose aktuell drei Anleihen am Markt:

  • 2018 bis 2023: 115 Millionen Franken
  • 2019 bis 2024: 200 Millionen Franken
  • 2020 bis 2025: 175 Milionen Franken

Jedes Jahr muss Finanzvorstand Marcel Ziwicka also knapp 13 Millionen Franken alleine für die Zahlung der Zinsen bereitstellen.

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