Zur Rose startet 2020 mit Corona-Schub

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Berlin - Die Schweizer Zur Rose-Gruppe hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 vom Corona-Boom profitiert, weil die Kunden den Versandkanal verstärkt nutzten: „Die Nachfrage nach Medikamenten und Gesundheitsprodukten hat innerhalb der Gruppe deutlich zugenommen“, teilte das Unternehmen mit. Allerdings ist die Freude nicht ungeteilt: Auf der anderen Seite verzeichnete Zur Rose einen Nachfragerückgang im Ärztegeschäft in der Schweiz: Weil Ärzte dort nur noch dringende Eingriffe und Therapien vornehmen dürften, hätten viele Mediziner ihren Betrieb stark reduzieren oder sogar Kurzarbeit anmelden müssen.

Mit einem Umsatzplus von 15,9 Prozent in Lokalwährung hat Zur Rose den Wachstumskurs im ersten Quartal fortgesetzt. Der Umsatz betrug 426,6 Millionen Franken. In Deutschland wuchs die Gruppe um 15,5 Prozent inklusive Medpex in Lokalwährung (Euro) und erwirtschaftete einen Umsatz von 263,6 Millionen Franken. Welcher Anteil davon exakt auf DocMorris entfällt, wurde in den Quartalszahlen nicht mitgeteilt. In der Schweiz konnte Zur Rose trotz Preissenkungen auf Medikamente den Umsatz um 14,2 Prozent auf 151,2 Millionen Franken steigern. Im Segment Europa, das derzeit Spanien und Frankreich umfasst, wuchs die Gruppe um 63,9 Prozent in Lokalwährung. Das Segment steuerte 12,4 Millionen Franken zum Gruppenumsatz bei.

CEO Walter Oberhänsli kommentiert die Herausforderungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie so: „Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gruppenweit tagtäglich bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen, um unsere Kundinnen und Kunden schnellstmöglich mit ihren benötigten Medikamenten zu versorgen. Stationäre und E-Commerce-Apotheken sorgen gemeinsam dafür, dass besonders die älteren und oft mehrfacherkrankten Patientinnen und Patienten bestmöglich vor dem Coronavirus geschützt sind – sei es über den Hauslieferdienst oder den Versandweg.“

Die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf das Geschäft können aktuell noch nicht quantifiziert werden und sind entsprechend im Ausblick nicht berücksichtigt. Insgesamt erwartet die Gruppe durch die globale Krise jedoch eine deutlich schnellere Marktakzeptanz für den Medikamentenversand und digitale Gesundheitsdienstleistungen. Trotzdem bestätigt die Zur Rose-Gruppe zunächst nur den vor Kurzem kommunizierten Ausblick für 2020: Bereinigt um Aufwendungen für zusätzliche Wachstumsinitiativen, insbesondere im Bereich E-Rezept und für „europäische Opportunitäten“, strebt Zur Rose für 2020 ein ausgeglichenes Ergebnis auf Ebitda-Ebene an. Die mittelfristige, um Wachstumsinitiativen bereinigte Ebitda-Zielmarge liege bei rund 8 Prozent bei einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden Franken, teilte das Unternehmen im März mit. Durch die Implementierung des Gesundheitsökosystems – Stichwort: Plattform – besteht laut Management langfristig ein weiteres relevantes Ebitda-Potenzial.

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