Neues Honorarsystem in der Schweiz

Mehr Beratung, mehr Honorar APOTHEKE ADHOC, 18.05.2020 15:34 Uhr

Berlin - Über 200 Millionen Franken wollen der Apothekerverband Pharmasuisse und der Krankenkassenverband Curafutura bei den Arzneimitteln durch eine Reform des Honorarsystem einsparen. Hochpreiser sollen dadurch günstiger werden, allerdings werden die Preise andere Medikamente, vor allem von Generika, teilweise deutlich teurer.

Der gemeinsame Vorschlag von Curafutura und Pharmasuisse setzt beim sogenannten Vertriebsanteil der rezeptpflichtigen Medikamente an. Dieser Betrag bestimmt, wie viel ein Arzt oder ein Apotheker beim Verkauf eines Arzneimittels verdient. Gleichzeitig wollen die beiden Verbände auch den Apothekentarif überarbeiten. Dieser deckt zusätzlich zur Vertriebsmarge Kosten der Apotheker ab.

Die heutige Vertriebsmarge bringt einen Fehlanreiz mit sich. Nicht in jedem Fall, aber im Grundsatz gilt: Je teurer ein Medikament, desto höher ist der Verdienst der Apotheker und Ärzte. Rheumamedikamente sind als Beispiel deutlich lukrativer als simple Kopfwehtabletten. Aufsteigend gestaffelt nach Arzneimittelpreis gibt es derzeit einen Fix-Zuschlag von 4 bis 240 Franken je Packung plus einen prozentualen Zuschlag von 12 Prozent für Arzneimittel bis zu fünf Franken und Null Prozent für Arzneimittel über 2570 Franken.

„Wären alle Präparate, die wir verkaufen, aus dem tiefpreisigen Segment, könnten wir unsere Kosten nicht einmal ansatzweise decken“, sagt Fabian Vaucher, Präsident des Apothekerverbands. Mit dem heutigen System fehle insbesondere der Anreiz, statt den teureren Originalpräparten günstigere Generika zu verkaufen. Hier bestehe ein zusätzliches Sparpotenzial von rund 200 Millionen Franken, würden vermehrt Generika eingesetzt, sagt Vaucher. Der Vorschlag der beiden Verbände sieht vor, dass künftig pro Medikament ein fixer Zuschlag von 9.45 Franken fällig wird. Hinzu kommt der variable Teil, der 3 Prozent des Preises beträgt, den der Hersteller des Arzneimittels erhält. Künftig soll die Marge maximal 300 Franken betragen.

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