Mundschutzpflicht: Apotheke schließt nach Shitstorm

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Berlin -

In der Schweiz hat eine Apotheke mitten in der Corona-Krise vorübergehend geschlossen. Auslöser war ein Shitstorm, der über den Inhaber und sein Team hereingebrochen war: Kunden durften die Apotheke in den vergangenen Tagen nur noch mit Mundschutz betreten – und sollten dafür zahlen.

„Wegen extremem Stress und Belastung gönnen wir uns ein paar Tage Ruhe. Wir sind ab Mittwoch wieder für Sie da.“ Diese Nachricht hat Apotheker Elmar Peretti auf den Anrufbeantworter seiner Schlüssel-Apotheke in Rheineck am Bodensee gesprochen. Grund für die vorübergehende Schließung ist aber nicht der Ansturm wegen der Corona-Krise, sondern ein Sturm der Entrüstung, den der Apotheker mit einer ungewöhnlichen Maßnahme ausgelöst hat.

Am vergangenen Freitag berichtete das Nachrichtenportal FM1 Today, dass nur noch Kunden in die Apotheke gelassen werden, die einen Mundschutz tragen. Auf einem Zettel an der Eingangstür war demnach zu lesen: „Maskentragepflicht. In der Sicherheitskabine für jedermann. Wer keine Maske hat, für den erheben wir einen Unkostenanteil für die Maskenabgabe von drei Franken.“

Schon die Sicherheitskabine fand die Journalistin ungewöhnlich: Von einer Schutzwand umgeben, konnten Kunden durch eine Plexiglasscheibe hindurch beim Personal ihre Bestellungen aufgeben. Trotzdem wurde auch noch das Tragen einer Maske gefordert – die die Kunden auch noch selbst bezahlen sollten.

Die Reporterin fragte nach: „Die Kosten, die ich für die Schutzmasken verlange, sind reine Selbstkosten“, wurde Peretti in dem Bericht zitiert. Nur 30 Prozent seiner Kunden verstünden nicht, weshalb sie drei Franken zahlen müssten; die Mehrheit sei dagegen froh, in diesen Zeiten ein Expemplar zu erhalten. Er verstehe ohnehin nicht, wieso Schutzmasken nicht längst Pflicht im öffentlichen Raum seien. „Meine Kunden müssen die Masken auch zu meinem Schutz tragen. Wenn ich krank bin, kann ich ja nicht mehr für sie da sein.“

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