Teamplanung: Isolation als Plan B

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Berlin -

Effektiver Schutz vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 besteht nicht nur aus Plexiglas, Mundschutz und Handschuhen, sondern vor allem aus der Minimierung sozialer Kontakte, ergo Infektionsmöglichkeiten. Das stellt gerade viele Apotheken vor große Herausforderungen: Wie kann man seine Mitarbeiter organisieren, um Kontakte zu verringern? Inhaber Lars-Peter Wall aus Neumünster ist bereits eingespielt, er hat einen Personalnotfallplan für seine Apotheken. Teil dessen ist auch seine eigene Isolation: Er betritt seine eigenen Apotheken nicht mehr.

In der Löwen-Apotheke Kölleda beginnt heute ein Experiment. „Wir hatten gestern eine Krisensitzung und versuchen ab heute, den neuen Plan umzusetzen“, erklärt Apothekerin Elisa-Marie Bölter. Neben Bölter und der Inhaberin hat die Apotheke drei PTA und einen Pharmazieingenieur – die gilt es nun so zu verteilen, dass sie sich möglichst nicht begegnen, trotzdem aber einen reibungslosen Ablauf gewährleisten können. Dabei gibt es insbesondere in kleineren Apotheken viele Fallstricke zu beachten.

Die Löwen-Apotheke hat ihre Mitarbeiter deshalb in zwei Teams aufgeteilt: Team 1 besteht aus Bölter und zwei PTA, es arbeitet von 7 bis 13 Uhr. Danach kommt Team 2 aus der Inhaberin, dem Pharmazieingenieur und zwei PTA. Sie arbeiten von 13 bis mindestens 18.30 Uhr. Die Übergabe versuchen die beiden Teams kontaktlos zu machen – telefonisch und durch Zettel. Ob das gut funktioniert, muss sich erst noch zeigen. Und dann ist noch da die Heimversorgung, die die Apotheke übernimmt: „Wir haben einen Mitarbeiter abgestellt, der nur die Tabletten für das Heim stellt“, erklärt Bölter. „Der muss dann so eine Art Mittelschicht machen.“

Hier ist der Knackpunkt: Er kann theoretisch mit beiden Teams in Kontakt kommen. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir ihn möglichst von den anderen isolieren können, eventuell, indem wir Vorder- und Hintereingänge nutzen.“ Dann seien aber immer noch Fragen wie Toilettengänge offen. In den nächsten Tagen wird sich also zeigen müssen, inwiefern ein kontaktloser Schichtbetrieb in einer Apotheke mit sechs Mitarbeitern umsetzbar ist. Bölter zeigt sich optimistisch, hat aber auch ihre Zweifel. „Das ist ein wackeliges Konstrukt. Sobald einer krank wird, könnte das zusammenbrechen.“

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