DIY-Masken: Das Wort „Schutz“ muss weg

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Berlin - Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen, wie jeder, der eine Nähmaschine besitzt, einen Mundschutz anfertigen kann. Viele Schneiderein und Textilfabriken haben ihre Produktion auf einfachen Mundschutz umgestellt. Um auch Familie und Freunde versorgen zu können, nähen viele in ihrer freien Zeit fleißig Masken. Apotheken, die solche DIY-Masken anbieten, müssen einiges beachten, um keine Abmahnung zu bekommen.

Baumwollstoff kann Tröpfchen zurückhalten

Für einen einfachen Mundschutz braucht es einen Baumwollstoff, der bei 95 Grad waschbar ist. Nach dem Tragen kann die Maske entweder in der Waschmaschine oder kurz im Kochtopf gewaschen werden. Nach dem Trocknen ist der Mundschutz wieder einsatzfähig. Der Stoff besitzt keine Filtereinheit und stellt somit keinen kompletten Schutz vor einer Ansteckung dar. Dennoch, zahlreiche Virologen sprechen sich für das Tragen der Stoffmasken aus, da eine Verbreitung der Viren per Tröpfcheninfektion verringert werden könnte.

Das Problem liegt in der Deklaration

Rein formal ergibt sich aber ein Problem – die selbstgenähten Masken dürfen nicht den Zusatz „Schutz“ im Namen tragen. Da für die Marke Eigenbau keine Daten zum Rückhalt von Keimen vorliegen und auch ansonsten keine Zertifizierungen beantragt wurden, können Gewerbe, die diese Artikel anbieten, abgemahnt werden. Dabei ist es egal, ob die Artikel verkauft oder gespendet werden. Findet das Angebot in der Apotheke statt, ist es grundsätzlich ein gewerblicher Vorgang. Um die Masken legal als Schutzmasken zu vertreiben, wird eine CE-Kennzeichnung benötigt. Neben dem Namen und der Adresse des herstellenden Unternehmens muss weiterhin eine Medizinproduktezulassung vorliegen. Das ist in der Praxis meistens nicht umzusetzen.

Apotheken bisher verschont

Bisher scheinen solche Abmahnungen noch nicht in Apotheken ausgesprochen worden zu sein. Anwälte warnen dennoch davor, die Masken ohne Änderung der Deklaration weiter zu vertreiben. Die Warnung vor solchen Abmahnungen könnte dazu führen, dass weniger Personen und Firmen einfache Masken produzieren. Einzelne Kanzleien bieten für Kleinstproduzenten nach eigenen Aussagen kostenfreie Beratungen zum Thema an, sodass die Produktion mit wenigen Änderungen fortgesetzt werden könnte.

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