Apothekerin macht Näh-Tutorial

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Apothekerin Sonja Hartmann zeigt, wie eine einfache Mund-Nasen-Maske genäht wird.

Berlin - Atemmasken und Mundschutz sind seit mehreren Wochen Mangelware. Daher wird selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz immer beliebter, um zumindest eine einfache Alternative zu haben. Doch auch hier kommen die Näherinnen oft nicht mit der Produktion hinterher. Apothekerin Sonja Hartmann hat deshalb nun ein Näh-Tutorial gedreht und ist sich sicher: „Das bekommt jeder hin.“

Eigentlich versorgt Hartmann ihre Kunden in der Deutschorden-Apotheke in Illerieden mit Medikamenten und guten Ratschlägen. Seit kurzem werden jedoch auch selbstgenähte Masken angeboten. „Einer meiner Kunden brauchte unbedingt eine Maske, um seine Mutter im Pflegeheim zu besuchen“, erklärt sie. Doch woher sollte die kommen? Denn schon seit Wochen herrschen bekanntermaßen massive Engpässe. Mit ausreichend Abstand, Händedesinfektion, Handschuhen und einer Mund-Nasen-Maske darf im örtlichen Pflegeheim ein Besuch von 30 Minuten stattfinden. „Ich finde das eine gute Lösung“, erklärt Hartmann. „Deshalb wollte ich ihm helfen.“

Die Suche nach dem besten Modell

Die Apothekerin suchte also zunächst im Internet nach verschiedenen Näh-Anleitungen. „Erst habe ich ein Modell mit Falten und Metall an der Nase versucht.“ Die Umsetzung habe jedoch extrem lange gedauert. Außerdem sei es für Brillenträger nicht gut geeignet, da die Brille beim Tragen der Maske ständig beschlägt. „Ich habe dann eine chinesische Anleitung gefunden, aber kein Wort verstanden“, lacht sie. Dennoch hat ihr das im Video genähte Modell gut gefallen – also wurde es nachgenäht. Mittlerweile hat es sich bewährt, da es sehr komfortabel und auch für Brillenträger geeignet ist. „Außerdem ist es super einfach zu nähen, das bekommt wirklich jeder hin!“

Hartmann fing schließlich an, die Masken auch für Freunde und Bekannte zu nähen. In der Apotheke stieg zudem ebenfalls die Nachfrage: „Viele Physiotherapeuten und andere Berufsgruppen, die keine Masken mehr bekommen, haben danach gefragt“, erklärt sie. Also ran an die Nähmaschine: „Mittlerweile nähe ich in jeder freien Minute – vor der Arbeit eine Stunde, in der Mittagspause und abends, wenn ich nach Hause komme.“ Damit es schneller geht, werden sogar mehrere Lagen Stoff übereinandergelegt und in einem Arbeitsschritt zurechtgeschnitten. „Ich habe bestimmt schon mehr als hundert solcher Masken genäht“, erklärt Hartmann. Mittlerweile sei sie geübt und es gehe mit dem gewählten Modell richtig schnell. Bis zu sieben Masken pro Stunde stellt sie fertig. Die Anfragen seien jedoch so hoch, dass sie gar nicht mehr nachkomme.

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