Schutz von Risikogruppen: RKI empfiehlt Mundschutz

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Berlin - Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt ein generelles Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) in der Öffentlichkeit in bestimmten Situationen. Dies sei ein weiterer Baustein, um Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 einzudämmen.

Die Empfehlung des RKI beruhe auf einer Neubewertung aufgrund der zunehmenden Evidenz, dass ein Großteil der Übertragungen unbemerkt erfolge und zwar bereits vor Krankheitssymptome wie Husten oder Fieber auftreten.

Übertragung per Tröpfchen

S-Cov-2 wird hauptsächlich per Tröpfcheninfektion übertragen. Atemmasken können hierbei einen Beitrag dazu leisten, die Übertragung zu verlangsamen. Das Problem: Bereits ein bis drei Tage bevor die ersten Symptome einer Covid-19-Infektion auftreten, ist die Ausscheidung hoher Virusmengen möglich. Es kommt somit unbemerkt zur Übertragung von infektiösen Tröpfchen, was durch das Tragen eines MNB eingedämmt werden könne. Möglich sei dies bei der Übertragung im öffentlichen Raum – wenn Menschen zusammentreffen und sich länger aufhalten wie beispielsweise am Arbeitsplatz oder wenn der physische Abstand von mindestens 1,5 Meter nicht immer eingehalten werden kann wie beispielsweise beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Tragen von MNB im öffentlichen Raum könne jedoch vor allem dann im Sinne einer Reduktion der Übertragungen wirksam werden, wenn sich möglichst viele Personen daran beteiligen würden. „In dem System verschiedener Maßnahmen ist ein situationsbedingtes generelles Tragen von MNB (oder von MNS, wenn die Produktionskapazität dies erlaubt) in der Bevölkerung ein weiterer Baustein, um Übertragungen zu reduzieren.“

Die verschiedenen Masken

Esi wird in verschiedene Masken unterschieden – die Mund-Nasen-Bedeckung (MNB), den chirurgischen Mund-Nasen-Schutz (MNS) und die partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP2-/FFP3-Maske). Ein MNS schützt primär andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln in der Ausatemluft und dient als Fremdschutz. FFP2-/FFP3-Masken hingegen dienen dem persönlichen Schutz des Trägers vor Infektionen – auch jenen, die durch Aerosole übertragen werden.

Eine aktuelle Studie konnte laut RKI zeigen, dass auch ein MNS zu einer relevanten Reduktion der Ausscheidung von Atemwegsviren über die Ausatemluft führt. Außerdem liefern Ergebnisse aus Studien zur Influenza Hinweise darauf, dass eine Reduktion des Ansteckungsrisikos für gesunde Personen in Haushalten mit einem Erkrankten erfolgt.

MNS und FFP2-/FFP3-Masken gehören zur Schutzausrüstung in Krankenhäusern und der Pflege. Allerdings gibt es weltweit noch immer Engpässe in Bezug auf die Verfügbarkeit von persönlicher Schutzausrüstung.

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