Covid-19 und Krebs

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Berlin -

Krebspatienten stellen eine besondere Risikogruppe bei Covid-19 dar. Wie sich eine Krebserkrankung auf den Krankheitsverlauf auswirken kann und inwiefern das Infektionsrisiko bei Patienten mit Krebs oder einer zytotoxischen Therapie erhöht ist, wurde in kleinen Fallserien analysiert. In einer chinesischen retrospektiven Kohortenstudiekonnte konnte gezeigt werden, dass das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf abhängig davon ist, wann die letzte Krebstherapie stattgefunden hat.

Neben kleinen Fallserien zum Thema Covid-19 und Krebs liegen erstmals auch systematisch aufgearbeitete Patientendaten aus drei großen chinesischen Kliniken vor. Das Ergebnis einer retrospektiven Kohortenstudie der onkologischen Abteilung des Tongji-Hospitals der Huazhong Universität in Wuhan zeigt, dass das Risiko eines schweren Verlaufs vom Zeitpunkt der letzten Krebstherapie abhängt. Lag die letzte Gabe von zytotoxischen Medikamenten weniger als 14 Tage zurück, so kam es viermal häufiger zu schweren Covid-19 Verläufen als bei Patienten, bei denen die letzte Therapie länger zurück lag.

Vorsorgliches Screening

Da ein schwerer Verlauf von Covid-19 bei Krebspatienten als sehr wahrscheinlich gilt, empfehlen die chinesischen Wissenschaftler, dass alle diejenigen Patienten, die eine Krebstherapie erhalten, auf Sars-CoV-2 getestet werden sollten. So könne eine mögliche Infektion frühzeitig in das Therapie-Regime mit aufgenommen werden. Es könnten Anpassungen in der Medikation vorgenommen werden – immunsuppressive Therapien sollten vermieden oder die Dosis sollte zumindest niedrig dosiert werden, so die Wissenschaftler.

In der Kohortenstudie wurden Daten von 1276 Patienten berücksichtigt. Alle Patienten waren wegen eines Verdachts auf Covid-19 im Krankenhaus in Quarantäne oder in Behandlung. 28 Personen waren krebskrank, das entspricht 2,2 Prozent. 17 dieser Patienten waren männlich und der Altersdurchschnitt lag bei 65 Jahren. 11 Patienten wiesen mindestens eine chronische Komorbidität auf. Am häufigsten traten Diabetes und chronische kardiovaskuläre Erkrankungen als Begleiterkrankungen auf. Es wurde auch unterschieden, wo die Patienten sich infiziert hatten: 20 Personen hatten sich ambulant, acht im Krankenhaus infiziert. Alle Patienten waren wegen ihres Karzinoms bereits behandelt worden, sieben von ihnen in den letzten 14 Tagen.

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