Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken: Das sagen die Experten

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Berlin - Die Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV) hat sich zum Vorschlag des Mehrfachgebrauchs von Atemschutzmasken in medizinischen Einrichtungen geäußert. Auslöser waren die bundesweiten Versorgungsengpässe mit Schutzausrüstung. In mehreren deutschen Kliniken wurden Masken in unkontrollierten und nicht standardisierten Verfahren aufbereitet und erneut verwendet. Die Gesellschaft empfiehlt je nach Art des Mundschutzes unterschiedliche Wiederaufbereitungsverfahren. Von einer Reinigung von kontaminiertem Schutzmaterial im privaten Bereich sei abzusehen.

Um die begrenzte Anzahl von Atemschutzmasken effizienter und länger nutzen zu können, wurden diese in zahlreichen medizinischen Einrichtungen in den letzten Wochen mehrfach verwendet. Damit es nicht zu einem Infektionsrisiko wird, sollten die Masken jedoch regelmäßig dekontaminiert werden. Hierfür stehen verschiedene Methoden zu Verfügung, nicht alle davon sieht die DGSV als sinnvoll an.

Dekontamination mit trockener Hitze

Bei der Dekontamination mit trockener Hitze wird meist mit Temperaturen von 65 bis 70 Grad gearbeitet. Das aufzubereitende Material wird 30 Minuten lang gleichmäßig erhitzt. Die DGSV gibt zu bedenken, dass die Wärmeübertragung auf sowie innerhalb des Maskenmaterials nicht bekannt ist. Ebenfalls unklar sei, wie das poröse Material im Einzelnen auf die Hitze reagiert. Nach der Wiederaufbereitung sei die geforderte Überprüfung auf Form zwar möglich, die Prüfung auf Materialeigenschaften jedoch nicht.

Validierte Verfahrensschritte seien beim Einsatz von Trockenschränken nur bedingt möglich: Die Geräte zeichnen die erforderlichen Prozessparameter nicht auf, somit könne der Ablauf der Dekontamination nicht nachverfolgt werden – Parameter wie die gleichmäßige Einhaltung der Temperatur sind nicht dokumentiert. Ebenfalls als problematisch erachtet die DGSV die Beladung der Trockenschränke: Die Masken müssten, um gleichmäßig mit Hitze durchströmt zu werden, unverpackt in das Gerät eingebracht werden. Dies erfordere einen erhöhten Arbeitsschutz und stärkere Hygienemaßnahmen.

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