FFP2: FH-Münster testet Wiederaufbereitung

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Berlin -

Die Nachfrage zu FFP2-Masken ist deutschlandweit gestiegen. Damit die Masken ihren Zweck erfüllen, müssen sie jedoch richtig gehandhabt werden. Bei der Abgabe sollten daher einige Hinweise zum richtigen Umgang mit auf den Weg gegeben werden. Generell gilt: Einmalmasken dürfen nicht wiederaufbereitet werden. Trägt die Maske die Kennzeichnung „NR“, gehört sie nach der angegebenen maximalen Tragedauer in den Müll. Die FH Münster hat Untersuchungen zur Wiederaufbereitung von FFP2-Masken durchgeführt. Sollte es zu einem starken Engpass kommen, könnten die filtrierenden Halbmasken unter bestimmten Voraussetzungen im Ofen „hitzesterilisiert“ werden.

Die meisten FFP2-Masken, die aktuell in Apotheken abgegeben werden, sind Einmalmasken. Das bedeutet, dass diese Modelle nach der maximalen Tragedauer entsorgt werden müssen. Eine generelle Aufarbeitung vom Laien ist nicht möglich. Zu erkennen sind diese Einmalmasken an dem Aufdruck „NR“, das steht für „non-reusable“. Die FH Münster hat sich nun dennoch mit dem Thema der Wiederaufbereitung auseinandergesetzt. „Bei der Nutzung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch ist mit einer geringeren Erregerbelastung der FFP2-Masken zu rechnen“, urteilen die Wissenschaftler des Forschungsprojektes. „Daher kann die Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch eine sinnvolle Ergänzung darstellen.“

Wichtig ist laut FH Münster, dass die FFP2-Maske durch die Aufbereitung intakt bleibt und ihre Schutzwirkung behält. Gleichzeitig muss die Belastung durch Viren und Bakterien vom Tragen wieder reduziert werden. Dabei geht es nicht nur um Sars-CoV-2. Denn der Träger der Maske hinterlässt seine eigenen Erreger der Nasen-, Rachen- und Hautflora. „Diese lassen sich mit einfachen Verfahren nicht vollständig inaktivieren. Daher kommt nur eine personenbezogene Wiederverwendung in Betracht“, erklärt die FH. In ihrem Leitfaden erklärt sie, welche Verfahren geeignet sind und welche nicht infrage kommen.

Variante 1: 60 Minuten trockene Hitze bei 80°C

  • Nicht geeignet für formstabile FFP2-Masken (Körbchenmodell) und Masken mit Atemventil.
  • Bei Masken von mehreren Personen muss eine eindeutige Kennzeichnung vorgenommen werden.
  • Vor der Aufbereitung im Ofen müssen die Masken einen Tag lang an der Luft trocknen.
  • Richtige Temperatureinstellung am besten mithilfe eines Backofenthermometers ermitteln, da es auch bei korrekter Einstellung zu Temperaturschwankungen kommen kann (zu niedrige Temperaturen wirken nicht gegen Sars-CoV-2, zu hohe Temperaturen beeinträchtigen das Material und damit die Filterwirkung).
  • Backofen entsprechend auf Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Backofenrost mit Backpapier belegen.
  • Masken mit ausreichend Abstand zum Ober- & Unterboden 60 Minuten im geschlossenen Backofen belassen (zwischendurch nicht öffnen!).
  • Masken außerhalb des Ofens auf dem Rost abkühlen lassen.
  • Maske auf Schäden und Funktion der Haltebänder kontrollieren.

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