Fälschung oder Einfalt? Erster Fake-Schein aufgetaucht

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Berlin - Bereits in der ersten Runde der Verteilung kostenloser FFP2-Masken haben sich viele Apotheker gefragt, wie viele Kunden wohl mehr Masken abholen als ihnen zustehen. Mit den Bezugsscheinen der zweiten Runde sollte das aufhören, schließlich verschicken die Krankenkassen von der Bundesdruckerei erstellte, fälschungssichere Bezugsscheine. Nun ist der erste unechte Schein aufgetaucht – ob es sich um eine vorsätzliche Fälschung oder schlichte Einfalt des Kunden handelt, lässt sich jedoch nicht mehr rekonstruieren.

Legt man die beiden Scheine nebeneinander, muss man kein Notar sein, um zu bemerken, dass der Schein nicht echt ist: Nicht nur ist er kleiner als das Original, er ist auch in sichtbar schlechterer Auflösung und Qualität gedruckt – scheinbar stammt er aus einem handelsüblichen PC-Drucker. Am HV-Tisch fiel er trotzdem nicht auf: Das Team der Falken-Apotheke in Wuppertal entdeckte ihn erst am Donnerstag, als es im Nachhinein die bedienten Bezugsscheine zählte.

„Wir nehmen die Scheine an, bearbeiten sie, legen sie dann in eine Box und nehmen sie dann später heraus, um sie durchzuzählen. Dabei ist uns aufgefallen, dass einer nicht dem Original entsprach“, erzählt Inhaber Bodo Schmitz-Urban. Dass einem seiner Mitarbeiter der Unterschied nicht schon im Handverkauf aufgefallen ist, nimmt er niemandem übel. „Die sind ja ganz neu, viele haben ja noch keine Erfahrung damit und wenn man so einen Schein im normalen Tagesbetrieb zum ersten Mal in der Hand hat, kann das schon passieren. Man hat ja überhaupt keinen Vergleichswert.“ Und auch von der Bundesdruckerei sei keinerlei Information an die Apotheken gekommen, welche Sicherheitsmerkmale zu beachten sind.“

Auch auf Anfrage will sich die Bundesdruckerei nicht zu den Sicherheitsmerkmalen äußern, sondern verweist an das Bundesgesundheitsministerium. Das wiederum gibt sich schmallippig: „Ein Sicherheitselement der Coupons ist unter anderem ein Wasserzeichen im Papier, das im Durchlicht zu sehen ist. Zudem sind Zeichen unter UV-Licht zu erkennen“, heißt es lediglich – gefolgt von der Bitte um Verständnis, dass weitere Elemente aus Sicherheitsgründen nicht weiter beschrieben werden können.

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