Millionen Masken nicht verkehrsfähig

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Berlin - Im Frühjahr 2020 waren Masken knapp und extrem teuer. Inzwischen sind sogar die Preise für FFP2-Masken gesunken. Aber die Qualität stimmt nicht immer – oder wird zumindest unterschiedlich bewertet.

Mit bloßem Auge sehen die FFP2-Masken gleich aus. Doch das Land Rheinland-Pfalz hat in der Pandemie bereits mehrmals solche Masken zurückgerufen – wegen Zweifeln an der Qualität. Betroffen waren Lehrer und Polizisten, aber auch Krankenhäuser und Gesundheitsämter. Geliefert wurden die zurückgerufenen Masken ausschließlich vom Bund, wie der Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Detlef Placzek, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz sagte. Die Behörde ist für die Beschaffung der Schutzausrüstung in der Pandemie zuständig.

Der Bund habe Rheinland-Pfalz etwa 150 Sorten Schutzmasken geschickt. Als Zweifel an der Qualität aufgekommen seien, habe die zuständige Marktüberwachungsbehörde SGD Süd (Struktur- und Genehmigungsdirektion) in einem aufwendigen Verfahren alle Produkte überprüft, die unter die Verordnung für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) fallen.

Das Ergebnis: Nur 57 Sorten der FFP2-analogen Masken seien positiv bewertet worden. Die Gründe für das schlechte Abschneiden der übrigen Masken seien sehr unterschiedlich gewesen: Ein ausreichender Schutz vor dem Coronavirus wurde zuvor nicht getestet oder konnte nicht nachgewiesen werden oder konnte infolge der fehlenden Kennzeichnung – etwa weiße Masken ohne Aufdruck – nicht zugeordnet werden. „Wir hatten aber schon Ware rausgegeben“, sagte Placzek. „Wenn das Vertrauen der Empfänger missbraucht wird, hat man verloren.“

In einem Brief vom 23. Dezember rief Placezks Behörde daher Masken mit 98 verschiedenen Produktbezeichnungen zurück, die Hersteller waren längst nicht alle bekannt. Das Schreiben ging unter anderem an Krankenhäuser und Gesundheitsämter. Das Land habe nun ein ganzes Lager voll solcher „nicht verkehrsfähiger“ Masken vom Bund, sagte Placzek – insgesamt mehr als eine Million. Dazu kämen ebenso viele OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz), bei denen unklar ist, ob die Qualität stimmt; sowie Schutzanzüge, Schutzbrillen und Faceshields. Den Wert beziffert Placzek auf mindestens sechs Millionen Euro.

Der Bund habe Rheinland-Pfalz bisher rund 2,1 Millionen FFP2-Masken – oder vergleichbare Masken – sowie knapp 4,2 Millionen OP-Masken geliefert, heißt es im Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Berlin. „Diese Masken sind alle auf Qualität überprüft worden und waren ausschließlich für den Einsatz im Gesundheitswesen vorgesehen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Alle vom Bund beschafften und ausgelieferten Masken würden in einem zweistufigen Prüfungsverfahren qualitätsgeprüft.

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