Bayern: Apotheken bleiben außen vor

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Ministerpräsident Dr. Markus Söder klärte in einer Pressekonferenz über die Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken an Bedürftige in Bayern auf.
Berlin -

Ab Montag herrscht in Bayern die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske beim Einkaufen, sowie in Bus und Bahn. Bedürftige sollen die Masken kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Die Apotheken sollen diesmal außen vor bleiben.

Der Beschluss der FFP2-Pflicht in Bayern erntet gemischte Gefühle. Die Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Martina Stamm-Fibich kritisierte den „nicht vollends durchdachten Beschluss zum verpflichtenden Tragen von FFP2-Masken im Einzelhandel und im ÖPNV in Bayern“ bereits massiv: Er habe sich bereits jetzt in einer substantiellen Erhöhung der Preise für FFP2-Masken niedergeschlagen. Diese finanzielle Mehrbelastung sei für Geringverdiener nicht zu schultern. „Ich fordere die bayerische Landesregierung deshalb dazu auf Maßnahmen zu erlassen, die die Bürgerinnen und Bürger diesbezüglich spürbar entlasten.“

Die Staatsregierung hat nun entsprechend auf die vielfältigen Forderungen von Sozialverbänden und der Opposition reagiert: Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) gaben in der heutigen Pressekonferenz bekannt, dass Bedürftige die Masken kostenlos erhalten sollen. Damit will die Staatsregierung Härten abfedern, wenn vom kommenden Montag an eine FFP2-Maskenpflicht gilt. Rund 2,5 Millionen FFP2-Masken sollen zur Verfügung gestellt werden. Sie sollen per Post verschickt werden, jede bedürftige Person soll fünf Masken erhalten.

Mittlerweile seien FFP2-Masken oder vergleichbare Masken allgemein verfügbar, auch wenn es in einigen Apotheken kurzfristig zu Engpässen kam. Dies werde sich jedoch schnell wieder normalisieren, erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Die Pflicht soll nicht für die Angestellten gelten, der Fokus werde auf die Kunden gelegt. Für Kinder unter 15 Jahren soll die FFP2-Pflicht nicht gelten. Damit reagiert die Staatsregierung auf die Empfehlungen von Kinderärzten. Außerdem wurde sich auf eine Kulanzwoche geeinigt: Sanktionen und Bußgelder seien damit erst ab übernächster Woche Montag zu erwarten. Mit der neuen Regelung soll gezielt auf Qualität gesetzt werden, um Perspektiven für Öffnungen zu setzen.

 

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