20 Euro pro Atemmaske: Apotheke kriegt Shitstorm ab

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Berlin - Immer wieder berichten Medien in den vergangenen Wochen von echten oder vermeintlichen Krisengewinnlern, die mit Wucher-Angeboten einen Reibach machen. Jetzt hat es die Schadow-Apotheke in Düsseldorf getroffen: Für 20 Euro das Stück werden dort Atemmasken verkauft. Für den Düsseldorfer „Express“ und erregte Nutzer in den sozialen Medien ist das ein klarer Fall von Raffgier. Inhaber Jörg Müller-Behrendt hingegen verteidigt sich: Er kriege sie ja selbst auch nicht günstiger.

„Profitgeier“, „Abzocker“, „Gut, dass gezeigt wird, um welche Apotheke es sich handelt. Da gehe ich bestimmt nicht hin“: Zumindest in der Kommentarspalte des Düsseldorfer Express scheint der Fall eindeutig zu sein. Die Nutzer erregen sich über die mit vollem Namen und Panoramabild gezeigte Schadow-Apotheke in Düsseldorf. Überraschend ist das nicht. „Da bleibt einem die Luft weg“, hatte die Boulevardzeitung am Montag auf ihrer Homepage in fetten roten Lettern getitelt und die Apotheke mit Verweis auf das ebenfalls zur Mangelware gewordene Toilettenpapier in einem kurzen Artikel angeprangert. Sie habe „anscheinend gemerkt, dass neben den raren Papierrollen auch Atemschutzmasken ein immer seltener werdendes Gut sind“.

Im Internet brach sich die zu erwartende Entrüstung Bahn. Doch ganz so einfach scheint der Fall nicht, wenn man sich die Gegenseite anhört. Inhaber Jörg Müller-Behrendt schwankt zwischen demonstrativem Desinteresse und einer Rechtfertigung des hohen Preises. Von der Berichterstattung will er sich zumindest nicht einschüchtern lassen. „Das ist so eine Geschichte von denen, die zu Hause sitzen und sich aufregen, während wir hier im Betrieb täglich unseren Mann stehen“, sagt er über den Artikel im Express. „Die, die sowas schreiben, sitzen garantiert im Homeoffice.“

Dabei könne er die Empörung mancher Kunden sogar nachvollziehen. „Ich habe Verständnis dafür, dass Leute sich aufregen, es ist ja auch ein teurer Preis.“ Das sei aber nicht seine Schuld. „Der Preis ist nicht gerechtfertigt, sondern liegt an dem Preis, zu dem wir einkaufen müssen. Irgendjemand wird daran sicherlich verdienen – aber ich bin es nicht.“

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