„Ich frage mich immer wieder, warum wir uns das antun“

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Berlin - „Wenn man sich da ein bisschen dreht und müht, kann man da schon was machen“, sagt Filialleiterin Katrin Wirkner und meint damit nicht die Beschaffung von Atemschutzmasken, sondern deren Verkauf. Denn die Pluspunkt-Apotheke in Hof sitzt auf einem kleinen Berg Masken und hatte Mühe, sie loszuwerden. Und das, während andere Kollegen klagen, dass sie nirgendwo zu vernünftigen Preisen welche bekommen. Also wendete sich Wirkner an die lokale Presse, um darauf hinzuweisen, dass es an Möglichkeiten fehle, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen – und handelte sich damit erbitterte Preisdiskussionen mit Kunden ein.

„Wir verstehen diese Diskussionen nicht, dass es hier nichts gibt“, sagt Wirkner. „Wir kriegen jeden Tag Faxe mit Angeboten, wir müssen nur die seriösen Anbieter heraussortieren.“ Zu Beginn der Coronakrise sei das freilich noch etwas anders gewesen, doch selbst da habe es eher das Problem zu großer Mindestbestellmengen gegeben. „Wir hatten anfangs auch etwas Schwierigkeiten, Masken zu bekommen, aber konnten dann bei verschiedenen Anbietern bestellen, die jedoch jeweils eine Mindestabnahme von 1000 Stück verlangt haben.“ Aber sicher ist sicher, deshalb deckte sich die Apotheke von Inhaber Klaus Krebs ein.

Am Ende saß sie dann auf knapp fünf Dutzend 50er-Kartons OP-Masken und rund 1500 FFP2- und FFP3-Masken. In diesen Massen haben die Kunden in der Offizin sie ihr nicht abgenommen, gleichzeitig war überall die Rede davon, dass allerlei Unternehmen und Einrichtungen händeringend suchen. Was also tun? Wirkner hatte eine Idee: Sie wendete sich an das Lokalnachrichtenportal inFranken.de, das erst kurz zuvor über den vermeintlichen Maskenmangel berichtet hatte. „Mein Wunsch ist es einfach, eine Brücke zwischen Anbietern und Nutzern zu bauen. Wir haben Masken und wir möchten helfen“, war ihre Botschaft. Die Seite machte daraus einen Beitrag – doch dann kamen mal wieder die sozialen Medien ins Spiel.

In mehreren lokalen Facebook-Gruppen wurde der Beitrag nämlich geteilt und brachte der Apotheke einen kleinen Shitstorm. Denn manche Nutzer erregten sich über die vermeintlich überteuerten Preise: „Zu teuer, würde ich mal sagen“, schrieb ein Nutzer, „Bei diesen Preisen können sie die gern behalten“, eine andere. Das ist nicht nur schlechte PR für den Betrieb, sondern auch noch einigermaßen kurios, wenn man sich sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise der Apotheke anschaut.

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