Maskenpreise: So kalkulieren die Kollegen | APOTHEKE ADHOC
aposcope-Umfrage

Maskenpreise: So kalkulieren die Kollegen

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Berlin -

Fast alle Bundesländer führen eine Maskenpflicht ein – in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zusätzlich beim Einkaufen. Die Schutzausrüstung wird seitdem in Apotheken wieder verstärkt nachgefragt. Laut einer aposcope-Umfrage gehen die Apothekenteams unterschiedlich mit dem Thema um – sowohl beim Selbstschutz als auch bei der Preisgestaltung.

Die gute Nachricht: Die Mehrheit der Apotheken (83 Prozent) verfügt derzeit über Mund-Nase-Schutz-Masken, der Rest kann die Schutzausrüstung derzeit nicht anbieten. Häufig machen die Apotheken ihre Kunden schon mit Schildern vor der Tür darauf aufmerksam, ob sich eine Nachfrage drinnen lohnt.

Bei der Preisgestaltung gehen die Inhaber unterschiedliche Wege: Jede sechste Apotheke begnügt sich mit einem Aufschlag von bis zu 20 Prozent. 1,8 Prozent gaben sogar an, die Masken zum Einkaufspreis an die Kunden abzugeben. Auf der anderen Seite veranschlagt wiederum jeder sechste Apothekenleiter Aufschläge von 50 Prozent und mehr auf die derzeit so gefragte Ware. Der Großteil bewegt sich zwischen diesen Rändern: 20 bis unter 30 Prozent Aufschlag (14,3 Prozent), 30 bis unter 40 Prozent (21 Prozent) und 40 bis unter 50 Prozent (32 Prozent). Der Mittelwert beim Aufschlag beträgt 33,1 Prozent.

Die Marge liegt bekanntlich ohnehin im Einkauf. Wer gute Bezugsquellen hat, kann einen guten Schnitt machen, ohne die Kunden mit hohen Preisen zu überfordern oder zu verärgern. Die meisten Apotheken beziehen die Masken direkt beim Hersteller (61 Prozent), auch der Bezug über den Großhandel ist gängig (39 Prozent). 13,8 Prozent kaufen bei Online-Händlern wie Amazon. Nur etwa halb so viele (7,5 Prozent) gaben an, Masken bei Kollegen zu beziehen.

Mit der Maskenpflicht im Einzelhandel müssen – je nach Bundesland – auch die Mitarbeiter in Apotheken mit Maske arbeiten. Das ist bislang noch nicht überall gängig: Nur 41 Prozent der Teams arbeiten bereits mit Schutz, weitere 25 Prozent wollen diese Maßnahme demnächst einführen. Unter den installierten Schutzmaßnahmen ist die Plexiglasscheibe (94 Prozent) deutlich beliebter. Auch Hinweisschilder (89 Prozent), Bodenmarkierungen (79 Prozent) und Desinfektionsmittelspender (60 Prozent) sind weiter verbreitet.

Doch auch für besonders gefährdete Kunden haben viele Apotheken eigens Maßnahmen ergriffen. So gaben 83 Prozent an, älteren Kunden derzeit mit dem Botendienst zu Hause zu beliefern, damit sie nicht in die Apotheke kommen müssen. Ein Umstand, dem die Regierung jetzt Rechnung trägt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat per Verordnung eine gesonderte Vergütung für den Botendienst eingeführt und sich mit einem Brief bei den Apotheken bedankt.

Heiß diskutiert werden derzeit auch Covid-19-Antikörper-Schnelltests und ob Apotheken diese anbieten sollten oder dürfen. Die Abda-Juristen haben rechtliche Bedenken angemeldet und raten dringend von der Abgabe ab. Ansonsten drohten Bußgelder von bis zu 30.000 Euro.

Auch wenn bislang nur vereinzelt Apotheken die Schnelltests tatsächlich schon anbieten (1 Prozent), planen 14,3 Prozent ein solches Angebot. Zum Zeitpunkt der Befragung war die Einschätzung der Abda allerdings auch noch relativ frisch – hat im Vergleich zur Befragung in der Vorwoche aber schon gewirkt, als noch 25 Prozent angaben, Schnelltests anbieten zu wollen. Und von den insgesamt wenigen Apotheken, die schon Schnelltests angeboten haben, ist ein Teil nach den jüngsten Entwicklungen schon wieder davon abgerückt (3,2 Prozent). Für die meisten Apotheken (82 Prozent) sind Schnelltests aktuell kein Thema (Vorwoche: 72 Prozent).

Bund und Länder haben einige Corona-Maßnahmen gelockert und sich darauf geeinigt, dass Geschäfte mit einer Fläche bis 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen. Die meisten Apotheker und PTA sind damit zufrieden (64 Prozent Zustimmung). Gleichzeitig befürchtet aber eine Mehrheit von 76 Prozent, dass eine Lockerung der Corona-Maßnahmen zu einem erneuten Anstieg der Infektionskurve führen wird. Vielleicht auch deshalb sprechen sich 59 Prozent dafür aus, dass die Kontaktbeschränkungen trotz der erfolgten Lockerungen auch über den 3. Mai hinaus verlängert werden sollen. 28 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Beschränkung zum Stichtag aufgehoben werden.

Hinweis zur Methodik

aposcope befragt seit dem 25. Februar 2020 jede Woche verifizierte Apotheker und PTA online zum Thema Coronavirus. An der aktuellen Umfrage zur „Zahl der Woche“ nahmen am 21. April 2020 insgesamt 308 Apotheker und PTA teil. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Apothekenlandschaft.

 

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