„Expertise und Leidenschaft“

Spahns Lob-Brief an die Apotheker

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Berlin -

Sie seien ein „entscheidender Baustein in der Versorgung“, schreibt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an alle Apotheker Deutschlands. In seinem Brief lobt er die Pharmazeuten und ihre Teams für ihre Expertise und ihren Einsatz – und stellt seine morgen in Kraft tretende Verordnung vor. Außerdem verspricht der Minister, dass er die Versorgungssituation im Blick behalten will und notfalls weitere Maßnahmen folgen könnten.

Die Corona-Pandemie stelle Deutschland und das Gesundheitswesen vor selten dagewesene Herausforderungen, beginnt Spahn. „Schon jetzt lässt sich feststellen, dass keine Virusinfektion in den letzten 100 Jahren ähnliche gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen hatte.“ Es sei eine „harte Belastungsprobe“ für das Gesundheitssystem.

„Sie, die Apothekerinnen und Apotheker, und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den öffentlichen Apotheken und den Krankenhausapotheken sind ein entscheidender Baustein in der Versorgung, um die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen und zu schützen“, lobt Spahn. „Mit Ihrer Expertise und Leidenschaft tragen Sie dazu bei, unter schwierigen Bedingungen, die Versorgung mit Arzneimitteln, Desinfektionsmitteln und Medizinprodukten sicherzustellen.“

Als besonders wertvoll zeige sich in dieser besonderen Lage „die für Apotheken prägende Verbindung von pharmakologischer Arzneimittelkenntnis und technologischer Herstellungspraxis“. Vor-Ort-Apotheken und Krankenhausapotheken könnten so sehr schnell und flexibel auf besondere Anforderungen in der Pandemie-Situation reagieren.

Spahn weiter: „Nur durch Ihren Einsatz können wir es schaffen, die notwendige Versorgung von Patentinnen und Patienten, wie zum Beispiel von chronisch Kranken oder älteren Menschen, aber auch die Versorgung der COVID-19-Erkrankten bestmöglich zu sichern. Ich weiß sehr genau, dass Sie bei dieser Aufgabe täglich persönliche Belange hinten anstellen, kreative und professionelle Lösungen finden und Patientinnen und Patienten ausführlich informieren und ihnen Sicherheit geben. Vielen herzlichen Dank für diesen außergewöhnlichen Einsatz.“

Zu den besonderen Herausforderungen gehört aus Sicht des Ministers die Gefahr der eigenen Infizierung und der Gefährdung der Angestellten. Dafür sei eine sachgerechte Ausstattung notwendig. „Nur so können Sie Ihre wichtige Arbeit ausüben.“ Gleichzeitig sei es richtig, dass Apotheken nur dann aufgesucht werden sollen, wenn es nötig ist – zum Schutz des Apothekenpersonals und der Patientinnen. Chronisch kranke und ältere Menschen sollten sich keinem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. „Eine zusätzliche herausfordernde Aufgabe für die öffentlichen Apotheken ist dabei die kontinuierliche Arzneimittelversorgung von Menschen in angeordneter Quarantäne und in häuslicher Isolation“, so Spahn.

Anschließend erklärt der Minister seine Verordnung, die morgen in Kraft tritt. Die zeitlich befristete Vergütung von fünf Euro je Botendienst plus einmalig 250 Euro je Apotheke zur Ausstattung des Botendienstes soll die Apotheken für diese wichtigen Aufgaben während der Corona-Pandemie und der geltenden Infektionsschutz-Maßnahmen und Einschränkungen unterstützen. „Mit diesen zusätzlichen finanziellen Mitteln soll das Engagement der Apotheker bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln in der bestehenden gesundheitlichen Notlage unterstützt und abgesichert werden“, so Spahn. Außerdem werde der Austausch von Arzneimitteln in der Apotheke bei Nichtverfügbarkeit erleichtert, damit die Patienten ihre Arzneimittel „schnell, unbürokratisch und ohne zusätzliche Arztkontakte erhalten“.

Spahn verspricht am Ende seines Briefs, dass man die Versorgungssituation bei Arzneimitteln weiter beobachten und bei Bedarf gemeinsam mit der ABDA weitere Maßnahmen prüfen werde. „In dieser für unser Land schwierigen Herausforderung bitte ich Sie um Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe“, schließt der Minister seinen Brief.

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