Plan C: Gestaffelter Kassenabschlag

Radikale Umverteilung: XXL-Apotheken sollen zahlen Lothar Klein, 07.01.2019 10:14 Uhr

Berlin - In zehn Tagen stimmen Kammern und Verbände über den von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Plan B zur Reform des Apothekenmarktes ab. Jetzt haben die Basisapotheker aus Westfalen-Lippe einen Plan C vorgelegt: Über den Apothekenabschlag sollen die umsatzstarken Apotheken den Großteil der kleineren Apotheken „subventionieren“. Das Umverteilungsvolumen soll 240 Millionen Euro betragen. Für die Kassen ist der Vorschlag kostenneutral. Nach Ansicht der Basisapotheker kann so sowohl auf ein Rx-Versandverbot als auch auf den von Spahn vorgeschlagenen Boni-Deckel verzichtet werden. Wie steht ihr dazu? Jetzt mitdiskutieren im LABOR von APOTHEKE ADHOC.

„Es wird eine rechtssichere Alternative zum Rx-Versandverbot vorgeschlagen“, heißt es im Konzept der Basisapotheker um Apotheker Dr. Ingo Dramburg und Gunnar Müller. Durch eine gestaffelte Packungsvergütung würden die Flächendeckung gesichert und die Vergütung des Versandhandels auf Großhandelsniveau begrenzt. Auf eine Quote oder Begrenzung der Rabatte des Versandhandels könne verzichtet werden. „Das Konzept ist für die GKV kostenneutral. Es belastet die stärksten Marktteilnehmer (15 Prozent) zugunsten der systemrelevanten Apotheken in der Fläche (85 Prozent), was den Empfehlungen des 2hm-Gutachtens entspricht“, heißt es weiter.

Die Rx-Packungsvergütung sei die tragende Säule des Apothekenertrags, sie sei ausgelegt auf eine „beratungsintensive, persönliche, qualifizierte Abgabe durch spezifisch ausgebildetes Fachpersonal (Apotheker, PTA). Das Honorar reiche inzwischen bei kleineren und mittleren Betrieben gerade aus, die Fixkosten zu decken für Personal, Miete, EDV, Literatur, Investition, Steuern und Unternehmerlohn.

Kritik üben die Basisapotheker an Spahns Plan B: Der vom Gesundheitsminister vorgelegte Entwurf nütze allein ausländischen Versendern und legitimiere deren Untergrabung der deutschen Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte. Eine Begrenzung des Versandhandels durch eine Quote sei weder rechtlich noch praktisch durchführbar. Und das Angebot der Vergütung „neuer“ Dienstleistungen oder die Aufstockung beim Notdienst kosteten zusätzliches Geld, ohne strukturelle Probleme zu beheben.

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