Spahns Plan B

HAV: Kompromissbereit, aber keine Rx-Boni Lothar Klein, 09.01.2019 15:12 Uhr

Berlin - In diesen Tagen bereiten sich Kammern und Verbände auf die ABDA-Mitgliederversammlung am 17. Januar vor. Dort soll eine Bewertung des von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Plan B erfolgen. In Hessen trafen sich gestern Kammer und Verband zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung. Beschlüsse gab es nicht, aber eine Tendenz. Der HAV zeigt sich pragmatisch: Bis auf die Verankerung von Rx-Boni im deutschen Sozialrecht wäre Spahns Angebot zustimmungsfähig.

Nach 15 Jahren Rx-Versandhandel könne man das Rad realistischerweise nicht zurückdrehen, heißt es beim HAV – zumal es auch keine Beanstandungen gebe. Man sei zwar nach wie vor der Ansicht, dass ein Rx-Versandverbot am besten die Gleichpreisigkeit sichern könne. Allerdings müsse man angesichts der politischen Lage jetzt versuchen, die Gleichpreisigkeit über das Sozialgesetzbuch (SGB V) herzustellen. Spahn hatte dazu vorgeschlagen, die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) aus dem Arzneimittelrecht ins SGB V zu überführen. Abgelehnt wird vom HAV aber die von Spahn vorgesehene Verankerung eines Bonus von 2,50 Euro auf Rx-Arzneimittel im SGB V für ausländische Versandapotheken.

In Spahns Angebot, 15 Millionen Euro zusätzlich für BtM-Versorgung bereitzustellen und den Nacht- und Notdienstfonds von 16 Cent auf 32 Cent je abgegebener Rx-Packung zu verdoppeln, sieht der HAV grundsätzlich richtige Schritte. Fragen gibt es allerdings zu Spahns Vorschlag, 240 Millionen Euro für neue zusätzliche Leistungen der Apotheker durch die Kassen finanzieren zu lassen über einen weiteren Aufschlag von 32 Cent auf das Apothekenhonorar: Welche konkreten Leistungen sollen künftig honoriert werden? Wie ist der Nachweis der erbrachten Leistung zu führen? Welche Qualifikationen müssen die anbietenden Apotheken erfüllen? Wie läuft die Abrechnung? Der HAV will sicher gehen, dass das Geld auch in den Apotheken ankommt.

In gut einer Woche stimmen die 34 Kammern und Verbände über Spahns 375 Millionen Euro schweren Plan B ab, den der Gesundheitsminister in der ABDA-Mitgliederversammlung am 11. Dezember vorgestellt hatte. Der 8-Punkte-Katalog enthält folgende Maßnahmen:

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Kosmetikhersteller

Galderma: Von der Stewardess zur OTC-Chefin»

Bonbonhersteller

Ricola: Familie gibt Führung ab»

Handelsplattformen

Wort & Bild übernimmt Curacado-Führung»
Politik

Datenaffäre

Null und Nichts und -1»

Rx-Boni beim BVerwG

Preisbindung: Entscheidung fällt in Leipzig»

Spahns Plan B

Versender werden gegen Boni-Deckel klagen»
Internationales

Versorgung in Großbritannien

Brexit: Pharmaverbände befürchten Engpässe»

Schneemassen in Österreich

Apothekendach geräumt: Team atmet auf»

OTC-Marketing

Holografie: Fliegende Flaschen in der Offizin»
Pharmazie

Lungenkrebs

Takeda bringt Brigatinib»

Hämoglobinurie

FDA-Zulassung für Ravulizumab»

AMK-Meldung

Lyrica: Reimport mit falscher Stärke»
Panorama

Online-Handel

Ebay: Tramadol und Hormone zum Sofortkauf»

Sie wusste nichts von der Tat

Passantin verschenkt Messer aus Apotheken-Überfall»

200. Geburtstag Theodor Fontanes

Lieber Buchstaben als Mumien»
Apothekenpraxis

Hamburg

Apotheker mit Axt getötet»

Versandapotheken

Apo-Discounter: Zu viele Nebenwirkungen»

Jour Fixe Liefer- und Versorgungsengpässe

Grippeimpfstoffe hätten reichen müssen»
PTA Live

Faktencheck

Off-Label-Use: Was ist zu beachten?»

Wechselwirkungen

Immunsuppressivum überdosiert – Apotheke ist gefragt»

Pharmareferentin sucht die große Liebe

„Andere machen Paarship und Tinder, ich gehe zum Bachelor“»
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Abwehrkräfte

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Nasenschleimhaut

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