Helgoland

Insel-Apotheker: Lieber Rx-Versandverbot als 180.000 Euro Lothar Klein, 21.12.2018 10:12 Uhr

Berlin - Seit bald fünf Jahren führt Carsten Hase die Insel-Apotheke auf Helgoland – bei Wind und Wetter, bei Tag und nach Nacht, 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. Demnächst könnte der Apotheker über Nacht ungewollt zum Profiteur des Plans B von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werden: Das Nacht- und Notdiensthonorar der Insel-Apotheke würde dann auf rund 180.000 Euro im Jahr steigen. Trotzdem: „Ich fände die Umsetzung des Rx-Versandhandelsverbotes besser“, sagt Hase, „das wäre für alle Apotheker gerechter.“

„Das Rx-Versandverbot sichert die Kalkulationsbasis für alle Apotheker“, findet Hase. Damit könne man die Zukunft der Apotheken auf eine sicherere wirtschaftliche Basis stellen. Für geradezu „abstrus“ hält Hase den Vorschlag, in ein deutsches Gesetz einen Boni-Deckel für ausländische Versandapotheken von 2,50 Euro zu schreiben. „Das kann doch niemand kontrollieren, das wird doch bestimmt wieder unterlaufen“, erwartet der Helgoland-Apotheker. Neben den Boni könnten die Versender ihren Kunden ja noch andere Vorteile bei einer Rx-Bestellung anbieten. „Dann muss das wieder gerichtlich geklärt werden und das dauert Jahre.“

Wenig abgewinnen kann Hase auch dem Vorschlag, zusätzliches Honorar für Dienstleistungen einzuführen: „Ich glaube nicht, dass sich das rechnet.“ Der Dokumentationsaufwand sei vermutlich hoch, zudem traut Hase den Krankenkassen nicht: „Dann wird wieder retaxiert.“ Das alles bedeutet neuen Ärger.

Und wenn dann doch die Verdopplung des Honorars für den Not- und Nachtdienst käme, fühlt er sich nicht bevorteilt: „Das ist kein geschenktes Geld“, sagt Hase: „Ich habe 365 Tage Dienst, muss immer das Handy griffbereit haben. Das ist schon eine erhebliche Belastung.“ Nicht mal schwimmen gehen oder „mit meiner Frau kuscheln“ könne er, ohne dass er ein Auge auf sein Handy habe.

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