Apotheke leistet 40 Jahre keinen Notdienst

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Berlin - Nacht- und Notdienste gehören nicht gerade zu den beliebtesten Aufgaben von Apothekern. In Unna-Hemmerde hat die Hellweg-Apotheke nach Informationen der Basisapotheker seit 40 Jahren, seit 1979, keinen Nacht- und Notdienst geleistet. Die Hellweg-Apotheke gehörte früher dem Ehrenpräsidenten der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und der ABDA, Hans-Günter Friese. Seit 2012 wird sie von dessen Tochter Dr. Anke Lochmann geführt. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe bestätigt den Sachverhalt und bezieht die Hellweg-Apotheke künftig in das Nacht- und Notdienstnetz ein.

Sowohl an die Aufsichtsbehörden als auch an die AKWL haben die BasisApotheker eine lange Frageliste zur Aufklärung des Sachverhaltes gerichtet. Laut Mitteilung der BasisApotheker steht die Nicht-Teilnahme am Notdienst offenbar in Zusammenhang mit der Erlaubnis des Kreises Unna, die Hellweg-Apotheke in Unna-Hemmerde als sogenannte Zweigapotheke der Markt-Apotheke in Fröndenberg betreiben zu dürfen. Die Zweigapotheke ist eine Sonderform im Apothekenrecht bei Vorliegen eines Versorgungsnotstandes. Dies habe es Friese ermöglicht, zwei Apotheken zu betreiben, noch bevor die Möglichkeit einer Filialisierung im Jahr 2004 ins Apothekenrecht übernommen wurde.

„Nähere Details zur Feststellung des Versorgungsnotstandes sowie zur Befreiung vom Apotheken-Notdienst wurden – trotz entsprechender Anfragen – weder von dem für die Erteilung der Betriebserlaubnis zuständigen Kreis Unna mitgeteilt noch von der seit 1995 für die Apotheken- Notdienste verantwortlichen AKWL“, zeigen sich die BasisApotheker unzufrieden mit den erhaltenen Antworten.

Bis Ende 1994 sei der Kreis Unna auch für die Einteilung der Apotheken-Notdienste verantwortlich gewesen. Diese Verantwortung sei 1995 auf die AKWL übergegangen und durch eingeteilte Notdienstbeauftragte vor Ort geregelt worden. Seit 2012 werden den BasisApothekern zufolge die Notdienste unmittelbar durch die AKWL eingeteilt.

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