Notdienst in Bad Kissingen: Kammer zieht Reißleine

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Berlin -

Normalerweise betrübt das Wort Apothekensterben die Apotheker – in diesem Fall nur bedingt: In Bad Kissingen – einem unterfränkischen Kurort mit immerhin 22.000 Einwohnern – hat neuerdings nicht immer eine Notdienstapotheke innerhalb der Stadtgrenzen geöffnet. Die Kunden müssen deshalb immer öfter ins Umland. Für die Apotheker ist das eine gute Nachricht.

Wer nicht mobil ist, auf den kommen im Notfall Schwierigkeiten zu. Denn ohne Auto könnte es nachts schwierig werden, von Bad Kissingen etwa ins 7,9 Kilometer entfernte Bad Bocklet oder ins 10,9 Kilometer entfernte Euerdorf zu gelangen, weil dort die nächstgelegene Notdienstapotheke ist. Zwar liegen die Entfernungen innerhalb der gesetzlichen Vorgaben, aber es ist eben ein Unterschied, ob man innerhalb Bad Kissingens den Bus nehmen kann, der öfters verkehrt, oder eine beschwerlichere Anreise auf sich nehmen muss.

Im Rahmen einer Dienstkreiszusammenlegung zum Jahreswechsel wurden die Bad Kissinger Apotheken in Sachen Notdienst entlastet. Statt alle acht Tage müssen sie jetzt nur noch alle zwölf Tage Notdienst machen. Eine gute Nachricht, denn viele Apotheker stöhnen unter der Belastung, die diese Dienste mit sich bringen, gerade kleine Apotheken fragen sich, wie sie das dauerhaft mit wenig Personal stemmen sollen.

Katharina Stumpf, Rechtsassessorin bei der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK), sagt: „In den letzten zehn Jahren haben in Bad Kissingen vier Apotheken geschlossen und zwei geöffnet. Die Notdienstbelastung war deshalb sehr hoch. Aufgrund der rechtlichen Vorlagen haben wir geprüft, wie wir das verbessern können, und eine Dienstkreiserweiterung vorgenommen. Für die Apotheken, die in den sieben Orten beteiligt sind, ergibt sich jeweils eine Entlastung.“

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