375 Millionen Euro oder nichts: Fahrplan zum Plan B

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Berlin -

In gut zwei Wochen ist es so weit: Am 17. Januar sollen Kammern und Verbände über den 375 Millionen Euro schweren Plan B von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Zukunft der Apotheken abstimmen. Ja oder Nein – das Ergebnis könnte knapp ausfallen und der Zeitplan ist eng. In den kommenden zwei Wochen befassen sich die Gremien der Apothekerschaft mit dem von vielen empfundenen Votum „zwischen Pest und Cholera“. Und auch die Politik ist noch am Zuge: Am 15. Januar sprechen die Gesundheitspolitiker der Koalition mit Spahn. Dort gibt es ebenfalls Bedenken.

In einer Abfrage hat die ABDA unmittelbar vor Weihnachten alle Verbände und Kammern gebeten, bis zum 9. Januar ein Stimmungsbild zum Plan B in die Berliner Zentrale zu funken: „Wir würden es daher sehr begrüßen, wenn die Mitgliedsorganisationen die Vorschläge [...] kommentieren, die [...] Gesamtbewertung der unterschiedlichen Lösungen vornehmen und uns diese vor der Mitgliederversammlung zur Kenntnis geben“, so die ABDA in ihrem Schreiben: „Eine Rückmeldung bis zum Mittwoch, 9. Januar 2019, würde uns bei der Vorbereitung der Mitgliederversammlung helfen.“

Ob das gelingen wird, ist fraglich. Denn nach einer APOTHEKE ADHOC-Abfrage werden sich einige Kammern und Verbände erst später auf ihr Votum für die ABDA-Mitgliederversammlung am 17. Januar festlegen: Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe beispielsweise hat für den 15. Januar zu einer Sonder-Vorstandssitzung alle Fraktionen der Kammerversammlung eingeladen. Auch die Kammer Berlin will sich am 15. Januar festlegen und die Kammer Bremen einen Tag früher. In Hessen wollen Kammer und Verband bereits am 8. Januar ein Urteil fällen.

Und über die Weihnachtstage hat sich der Unmut der Apotheker über Spahn 375 Millionen Euro-Angebot und das Taktieren von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt offenbar nicht beruhigt: „Vor einigen Monaten kündigten Sie an, Sie würden aus allen Rohren schießen. Obwohl nach den Vorschlägen von Herrn Spahn das Kind schon fast in den Brunnen gefallen ist, kommt von Ihrer Seite nichts“, empört sich Apotheker Hubertus Nehring in einem Brief an Schmidt.: „Wo ist der von der ABDA organisierte und koordinierte Aufstand der Apotheken? Wo schießen Sie aus allen Rohren?“

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